Montag, 14. März 2016

Die Fürsorge des Schöpfers

Föten im Mutterleib halten mit Gähnen
ihre Luftwege frei


Berlin – Schon ab der zwölften Schwangerschaftswoche beginnen Föten im Mutterleib zu gähnen. Das haben zahlreiche Ultraschalluntersuchungen ergeben. Eine mögliche Erklärung für dieses Verhalten haben nun US-Wissenschaftler gefunden., berichtet das britische Wissenschaftsmagazin „New Scientist“. Beim Gähnen wird der Druck in der heranwachsenden Lunge vermindert und Falten in der Luftröhre geglättet, die sonst die Luftröhre verschließen könnten. Nur dann kann die Flüssigkeit, die in der Lunge eines Fötus gebildet wird, abfließen. Bleibt es in der Lunge, verursacht das Sekret bleibende Schäden. Das Gähnen bei Erwachsenen, so die Forscher, sei demnach nur ein Überbleibsel des frühkindlichen Entwicklungsstadiums im Mutterleib. (jol)

Die Welt, 22.4.99

Donnerstag, 10. März 2016

Der Wert des Ungeborenen in der Ordnung des Menschlichen






Bedeutsamer ist die geistige Stellung des Ungeborenen in der Ordnung des wahrhaft Menschlichen. Man muss verstehen: Mit jedem neuen Kind wird eine neue kleine Welt, ein Mikrokosmos geboren mit neuen Gütern, neuen Werten und neuem Sinn. Das Kind ist schon im Zustand des Ungeborenseins Träger und Vermittler neuen Sinnes nicht nur für die Eltern, sondern auch für die ganze Gemein
schaft. Es stiftet neue Erkenntnis im Menschen für das Geheimnis der menschlichen Person, neue Verantwortung für das übermenschliche Ziel jedes einzelnen, neue Wertschätzung der Einzigartigkeit des leiblich-geistigen Lebens. Das ungeborene Kind ist der Prototyp des Menschseins sowohl in seiner Größe als auch in seiner Geringheit, ein Prototyp, an dem der Mensch sich geistig dauernd ausrichten und aufrichten kann, um seines Menschseins tiefer gewiss zu werden.

Wer diese Gedanken aus dem Glauben der Kirche, die beim hl. Paulus grundgelegt sind, erwägt, der kann seine Erschütterung vor dem heute massenhaft geschehenden Unrecht der Kindestötung im Mutterleib nicht verbergen.

(Kardinal Scheffczyk, 2005)

Dienstag, 8. März 2016

19. März 2016 in Münster: 1000 Kreuze für das Leben

19. März 2016 in Münster:



„1000 Kreuze für das Leben“

In memoriam Clemens August Kardinal von Galen

am Samstag, den 19. März 2016 in Münster / Westfalen

Beginn 14.30 Uhr am St. Aegidii Kirchplatz
mit der Ausgabe der Kreuze

Ein wahrhaftiges Zeugnis aller Christen ist jetzt gefragt!

Veranstalter:
EuroProLife e.V. Europäische Stimme der ungeborenen Kinder

www.europrolife.com

Krieg gegen das menschliche Leben



Das menschliche Leben ist heute weltweit in einem Ausmaß bedroht, das man nur als dramatisch bezeichnen kann: Für die erste Lebensphase ist hier an die international weit verbreitete Massenabtreibung zu erinnern. Seine Endphase ist in wachsendem Maß gefährdet durch die um sich greifenden Euthanasiepraktiken, die in den Niederlanden, Belgien und Luxemburg bereits in gewissen Grenzen gesetzlich sanktioniert sind. Angesichts von derzeit etwa 40 Millionen geschätzten Abtreibungen jährlich, zu denen noch die Zahl der (ebenfalls in die Millionen gehenden!) Embryonen hinzuzurechnen ist, die durch nidationshemmende Mittel bzw. durch die Embryonenforschung ums Leben kommen, ist es wahrlich keine Übertreibung, von einem weltweiten "Krieg gegen das menschliche Leben" zu sprechen.

Quelle: Dr. Werner Neuer, "Bausteine für eine Ethik des Lebens" in "Medizin und Ideologie" 1/2011


Sonntag, 6. März 2016

... dann werden Sie Mutter!


Eine Überzeugungstäterin, d.h. praktizierende Mutter schreibt:
Vor einiger Z

eit sah ich im Fernsehen einen Werbespot, mit dem Männer dazu angeregt werden sollten, Erziehungsurlaub zu nehmen.
Gezeigt wurden ein blitzsauberes Bad, in dem ein Kleinkind brav auf dem Töpfchen hockte und ein fröhliches Mädchen, das vor den Garagen Fußball spielte.
Der Vater wurde dann gefragt: Wäre es nicht schön dabei zu sein?

In den Lesebüchern meiner Großmutter wird die Mutter dargestellt als eine Frau, die entweder am Herd steht und an deren Rock zwei Kinder hängen, oder die nachts am Bett eines fiebernden Kindes sitzt und ihm die Stirn kühlt.
In den Lesebüchern meiner Kinder sitzen Mütter am Balkon und lesen oder spielen mit ihren Kindern oder sie gehen zur Arbeit.
Das Bild vom Muttersein ist also anders geworden. Die Wirklichkeit aber nicht!
Meine Kinder hängen genauso an mir, wenn ich koche, sie kriegen auch Fieber, spucken nachts das Bett voll, zanken sich, dass die Wände wackeln und bringen mich zur Weißglut.
Der realitätsfremde Werbespot für Väter spart diese Details natürlich aus. Das Mutterbild der modernen Lesebücher ebenso.

Wenn Frauen Lust aufs Muttersein gemacht werden soll, hat es dann Sinn, die Wirklichkeit auszusparen?
Zeitschriften und Bücher sind voll von Hinweisen, wie man die leidige Realität geschickt austricksen kann durch „Job-Sharing“ (jeder der Elternteile darf mal ins Büro flüchten), Yoga am Abend oder Selbsterfahrungsgruppen.
Gemeinsam ist all diesen Versuchen, dass die oft harte, nervenaufreibende und frustrierende Wirklichkeit negativ bewertet wird.
Ist sie aber nicht! Meine Wirklichkeit als Mutter ist ein glänzender und gerader Pfad zur Heiligkeit.
Ich habe Möglichkeiten, Hingabe, Gottes- und Nächstenliebe, Gehorsam und Dienst in der Liebe Christi zu leben, wie es mir sonst nur als Missionarin der Nächstenliebe möglich wäre.
Als junge Theologiestudentin hat mich der Satz des hl. Paulus, die Frau werde heilig, indem sie Kinder zur Welt bringe (1 Tim 2~ 15), irritiert; seit ich meine Kinder habe, weiß ich, dass der Apostel schlicht die Wirklichkeit beschrieben hat.
Wie wäre es mit folgendem Slogan:
Sie wollen die Welt verändern? Sie wollen Schwachen und Armen helfen? Sie wollen Unrecht bekämpfen? Sie wollen Gutes tun und ein sinnvolles Leben führen?
Dann werden Sie Mutter!
Anbei: Das Hauptproblem Deutschlands (Europas) ist nicht der Euro, sondern die planmäßige Zerstörung von Ehe und Familie sowie der Krieg gegen die eigene Nachkommenschaft!!!

(FMG-Information 74 August 2002)


Freitag, 4. März 2016

Die Eigenständigkeit des ungeborenen Kindes

Das ungeborene Kind ist kein „Teil der Mutter“. Das Kind stellt einen eigenen Organismus dar, der von dem der Mutter klar unterscheidbar ist. Ab dem 23. Entwicklungstag sind die eigenen Herzschläge des Embryos nachweisbar, er hat einen von der Mutter unabhängigen Kreislauf mit eigenem „Motor“. Er kann eine andere Blutgruppe besitzen und hat ein eigenes Immunsystem. Jede einzelne Zelle des Kindes ist von den Körperzellen der Mutter genetisch verschieden. Der „genetische Fingerabdruck“, d.h. die an einem bestimmten Aufbau des Erbguts feststellbare Einzigartigkeit jedes Menschen, ist z.B. auch vor Gericht zum Nachweis der Identität eines Menschen zugelassen. Das Kind benötigt vom mütterlichen Organismus lediglich Sauerstoff und Nährstoffe, damit es wachsen und sich entfalten kann. 

(Aus „Abtreibung in der Diskussion“, Rainer Beckmann u.a., SINUS-Verlag, Krefeld, 1991)


Das kleine Füßchen


Eine wahre Weihnachtsgeschichte. Ein Frauenarzt führt uns zurück in eine längst vergangene Zeit, als ein Kaiserschnitt noch nicht zum Alltag gehörte, zu dem Tag, an dem er einem kleinen Mädchen auf die Welt half Er nannte seine Geschichte:

„Das kleine Füßchen“

Sie werden schnell verstehen, weshalb ... 

An jenem Tag empfing ich in meiner Praxis eine junge Frau, die ihr erstes Kind erwartete. Obwohl sie aus einer guten Familie stammte schien es mir, als ob sie emotional sehr labil war. Sie musste sich anstrengen, um ihre Gefühle und nervösen Reaktionen zu beherrschen. Einen Monat vor der Geburt ergab eine Routineuntersuchung, dass das Baby in Steißlage lag. In jener Zeit lag die Sterbeziffer von Babys in Steißlage relativ hoch, weil man sich damals noch nicht so schnell für einen Kaiserschnitt entschied. Bei der Geburt kommt dann das Köpfchen des Kindes zuletzt aus dem Geburtskanal, und wenn dies nicht schnell genug geht, wird die Nabelschnur oft zu lange zwischen dem Schädel des Kindes und dem Becken der Mutter zusammengepresst. Sauerstoffmangel kann in wenigen Minuten zum Tode des Kindes führen.
Der Tag der Geburt brach an und jeder im Kreißsaal war verständlicherweise angespannt. Endlich war es dann soweit und ich zog sanft ein Füßchen nach draußen. Ich griff nach dem zweiten Füßchen, aber ich konnte es nicht finden, es lag nicht neben dem ersten Füßchen. Ich zog wieder, etwas stärker. Der Körper des Babys glitt etwas weiter herab, genug für mich um zu sehen, dass es ein Mädchen war. Und dann sah ich auch zu meiner Verblüffung, dass das zweite Füßchen nie neben das erste gleiten konnte. Der Oberschenkel fehlte. Das Füßchen hing hilflos auf der Höhe des Knies des guten Beines. Dieses kleine Mädchen würde damit leben müssen, es war eine seltsame Fehlbildung, die ich noch nie zuvor gesehen hatte, und danach nie mehr sah! 

Nun folgte der schwerste Kampf, den ich je mit mir selbst ausgefochten habe. Ich wusste, welch schreckliche Folgen diese Geburt für die Mutter haben würde. Ich war mir sicher, dass die Familie helfen würde und jeden Orthopäden aufsuchen würde, der ihnen Hoffnung geben konnte. Und ich sah das Mädchen alleine sitzen, während alle anderen tanzten, rannten und spielten — und da wurde mir bewusst dass es in meiner Macht lag, dieses Unheil zu verhindern. Wenn ich mich nun nicht beeilte? Niemand auf der Welt würde es je wissen. „Mute ihnen dieses Leid nicht zu“, spornte mich eine verführerische „Stimme“ an. „Dieses arme Kind hat noch nicht geatmet, lass nicht zu, dass es je atmet“. Mein Entschluss stand fest. 


Nervös schaute ich auf die Uhr. Noch zwei oder drei Minuten würden genügen, dachte ich. Um den Eindruck zu erwecken, dass ich etwas tat, zog ich das Baby etwas weiter heraus, um die Arme zu befreien. Der nächste Schritt. In diesem Augenblick drückte das Baby seinen gesunden Fuß gegen meine Hand, jene Hand, die dazu bestimmt war, das Leben von Mutter und Kind zu achten. Und plötzlich: eine heftige Bewegung des Kindes, merkwürdig kräftig und lebendig. Das war zu viel. Ich konnte es nicht tun. Ich brachte das Baby mit seinem armen Füßchen zur Welt und teilte der Familie die schmerzliche Nachricht mit. 

Meine Vorahnungen bewahrheiteten sich. Die Mutter wurde mehrere Monate in ein Krankenhaus angenommen. Ich sah sie ein ~ zweimal: sie war nur ein Schatten ihrer selbst. Hin und wieder hörte ich etwas über die Familie, bis ich sie schließlich aus den Augen verlor. Mir blieb ein bitterer Nachgeschmack. 

Viele Jahre später erhielt die Geschichte während einer Weihnachtsfeier für die Angestellten, Pfleger und Ärzte des Krankenhauses noch eine Fortsetzung. Zwanzig unserer Pfleger sangen „Stille Nacht“, jeder mit einer großen, brennenden Kerze in der Hand. Sie wurden begleitet von drei schönen, jungen Musikantinnen in weißen Abendkleidern. Das Trio spielte Harfe, Cello und Geige. Ich war besonders von der jungen Harfenistin fasziniert. Sie hatte ein engelhaftes Gesicht, das von auffallend dichtem, kastanienbraunem Haar umgeben war. Ihre schlanken Finger berührten die Saiten besonders anmutig. Es klang so himmlisch schön. Einen Augenblick war die Welt vollkommen, ein heiliger Ort und ich bin sicher, dass ich nicht der einzige war, dessen Augen sich mit Tränen füllten. 

Nach dem Ende des Programms lief mir im Gang eine Frau mit ausgestreckten Armen entgegen. „Haben Sie sie gesehen?“ rief sie. "Sie müssen mein Baby wiedererkannt haben. Das war meine Tochter, die die Harfe spielte. Ich sah, dass Sie sie anschauten. Erinnern Sie sich nicht mehr an das kleine Mädchen, das vor siebzehn Jahren mit nur einem gesunden Bein geboren wurde? Sie hat ein künstliches Bein - aber das fällt niemandem auf, der sie sieht. Sie kann laufen, schwimmen und auch bald schon tanzen. Weil sie all diese Dinge jahrelang nicht gut konnte, lernte sie, ihre Hände besonders gut zu gebrauchen. Jeder sagt, dass sie es als Harfenistin weit bringen wird. Sie ist alles für mich und sie ist so glücklich ... hier ist sie!" Das junge Mädchen hatte uns gesehen und war unbemerkt herangekommen. Sie stand neben mir. Ihre Augen glänzten. „Dies ist dein erster Arzt, Liebling“, sagte ihre Mutter. Ihre Stimme bebte vor Bewegung. „Er war der erste, der mir von dir erzählte. Er war es, der dich mir gegeben hat.“ 

Impulsiv nahm ich das Kind in meine Arme. Über ihre Schulter schaute ich siebzehn Jahre zurück. Wieder sah ich die langsam tickende Uhr im Kreißsaal. Ich erfuhr wieder die schrecklichen Augenblicke, als ihr zartes Leben in meinen Händen lag und ich dieses kostbare Geschöpf fast ermordet hatte. Ich schaute sie gerührt an. „Geh bitte noch einmal an deine Harfe, und spiel noch einmal „Stille Nacht“, für mich, für mich allein. Ich trage eine Last auf meinen Schultern, die nie jemand gesehen hat, und du kannst sie wegnehmen.“ 

Ihre Mutter saß neben mir und nahm still meine Hand in ihre Hand als ihre Tochter spielte. Vielleicht wusste sie, was in mir vorging? Und als die letzten Töne verklungen waren, fand ich endlich die Antwort, nach der ich so lange gesucht hatte, und den Frieden, auf den ich so lange gewartet hatte.

Pro Vita – Leben & Familie, A. Gnadenstraat19, 2800 Mechelen, zweimonatliche Informationsblatt, - 27. Jahrgang – Nr. 221 – November-December 2014