Samstag, 18. November 2017

Vom Holocaust zum Babycaust


VON DR. FRED DUSWALD*
Als „Frau, die einen Holocaust überlebte und einen anderen verschuldete“ kennzeichnet das katholische Medium Info Vaticana die am 30. Juni im Alter von -- 90 Jahren in Paris verblichene Politikerin Simone Veil (1927-2017), die als Jugendliche die Judenverfolgung überlebte und als Gesundheits(!)ministerin 1974 das Abtreibungsgesetz durchboxte, dem seither mindestens 7,5 Millionen ungeborene Kinder zum Opfer gefallen sind.
„Das trauernde Frankreich bringt Madame Simone Veil seine Dankbarkeit zum Ausdruck“, twitterte Staatspräsident Emmanuel Macron. Nicht lumpen ließ sich auch sein Vorgänger François Hollande: „Frankreich verliert eines seiner großen Gewissen.“
Das Licht der Welt erblickte die „Jahrhundertfrau“ (Die Welt) als Simone Jacob in Nizza. Mutter Yvonne, geborene Steinmetz, war Atheistin, Vater André, Architekt, hasste die Deutschen und nannte sie, so Simone am 22. März 2009 im Berliner Tagesspiegel, stets „les Boches“. Im März 1944 wurde die jüdische Familie verschleppt. Vater und Bruder kamen nach Litauen. Beide kamen nicht zurück. Simones Schwester Denise war bei der Résistance und überlebte im KZ Ravensbrück. „Die Mutter starb in Auschwitz“, zwischentitelte Die Welt in ihrem Nachruf auf Simone, um anschließend im Text fortzusetzen, dass diese in Bergen-Belsen „wenige Tage vor der Befreiung zusehen musste, wie ihre Mutter [dort] an Typhus starb“ (5.7.2017).
Simone heiratete 1946 Antoine Veil, den Generaldirektor der Lufttransportgesellschaft UTA und wurde unter Giscard d'Estaing Ministerin. Sogleich nahm sie die Freigabe der Abtreibung in Angriff: „Es war eine explosive, chauvinistische Stimmung im Land. Dabei hatte der Nouvel Observateur schon das ,Manifest der 343‘ veröffentlicht, in denen zum Beispiel Simone de Beauvoir [1908-1986], Françoise Sagan [1935-2004}, Catherine Deneuve [*1943] Jeanne Moreau [*1928] erklärten, sie hätten abgetrieben. Das Gesetz wurde ein Triumph.“
Erschütterter Staat
Laut Deutschlandfunk erschütterte Simone Veil das ·Wertesystem Frankreichs bis in die Grundfesten. Nie wieder gab es eine so schwierige Debatte in der Nationalversammlung. Da wurde geschrien und geschimpft, es gab die schlimmsten Beleidigungen. Ein Abgeordneter fragte, ob „Madame la Ministre“ es verantworten könne, Embryos wie in den Nazi-Lagern zu verbrennen. Einen Moment lang verbarg Simone Veil ihr Gesicht. Noch Jahrzehnte später spekuliert man in Frankreich darüber, ob die junge Gesundheitsministerin, die den Geruch der Krematorien von Auschwitz nie vergessen hat, in diesem Moment weinen musste.
Die Abstimmung
Am 29. November 1974 um 3.40 Uhr morgens stimmten die Abgeordneten ab. Die bürgerliche Seite verfügte über eine satte Mehrheit von 302 von 490 Mandaten. Die Liberalen aber, denen Simone Veil angehörte, erstrebten mit nicht geringerer Vehemenz als die politische Linke die Legalisierung des Kindermordes. Die Linksopposition, die geschlossen für die Abtreibung stimmte, und ein Drittel der bürgerlichen Regierungskoalition schufen ad hoc eine ansonsten nicht existierende Parlamentsmehrheit. Simone Veil wurde zum international von Linken und Liberalen gefeierten Fetisch des Feminismus. „Ich hatte nicht den Hass erwartet, den ich wecken würde“, erinnerte sie sich später. „Man hat auf meine Haustür ,Veil=Hitler‘ geschrieben.“ Dieser Vergleich hinkt insofern, als für Abtreibung unter Hitler die Todesstrafe drohte.
Die Praxis heute
Heute praktizieren mehr als 95 Prozent der französischen Gynäkologen die Abtreibung oder sind bereit dazu. Weniger als fünf Prozent machen von einem eingeschränkten Recht auf Verweigerung aus Gewissensgründen Gebrauch. Wer aus Gewissensgründen verweigert, hat beruflich schwere Nachteile. Die Chancen auf eine Stelle als Chefarzt sinken auf Null.
Der Großorient von Frankreich jedoch, größte Freimaurer-Obödienz der Republik, ehrte die Täterin mit einem Abguss der „Marianne“ von Jacques France. Die Verleihung der Statuette sei „ein Zeugnis der Verbundenheit und der Anerkennung des Großorients von Frankreich für Simone Veil, unsere Schwester von Herzen“, lobte Großmeister Daniel Keller ihren „Kampf für die Frauenemanzipation, die Tochter der Laizität, die den Kern des freimaurerischen Wirkens bildet“. Die „Loi Veil“ pries er als „Symbol jener Verbesserung des Menschen und der Gesellschaft, an der die Freimaurer arbeiten: Dieses Gesetz bleibt ein Pfeiler unserer Gesellschaft.“
Gewählt & geehrt
Nach ihrem Ausscheiden aus der Regierung wirkte die „Mahnerin und Ministerin“ (Der Tagesspiegel) von 1979-1981 als Präsidentin des Europäischen Parlaments in Straßburg. Gewählt wurde die Engelmacherin mit den Stimmen der bundesdeutschen Christdemokraten und Christsozialen. Verwirrung kam auf, als bekannt wurde, dass Simone Veil, Ehrenvorsitzende einer Stiftung zum Gedenken an die Shoah, auf einer vom Auschwitz-Museum erstellten Liste zu Unrecht als eine im Holocaust Umgekommene geführt wurde.
Über die Überlebende ging ein Regen von Ehrungen und Auszeichnungen hernieder:
Wie vor ihr der Kriegsverbrecher Winston Churchill (1874-1967) und nach ihr die Rechts- und Verfassungsbrecherin Angela Merkel wurde Simone Veil mit dem Karlspreis der Stadt Aachen bedacht. Auf dem Fuß folgten der Truman-Preis für Frieden, die Stresemann-Medaille in Gold, der Schillerpreis der Stadt Marbach, der Heinrich-Heine-Preis der Stadt Düsseldorf und nicht zuletzt der Bürgerrechtspreis der Zigeuner. Diese Aufzählung ist nicht vollständig. Britenqueen Elisabeth ernannte die Engelmacherin zur „Dame Commander“.
2008 wurde Simone Veil als sechste Frau zum Mitglied der „Academie française“ gewählt. So nennt sich die 1635 unter Ludwig XIII. (1601-1643) ins Leben gerufene Gelehrtengesellschaft, die sich der Pflege der französischen Sprache widmet. Simones Sitz dort war Fauteuil 13, auf dem auch schon der Dichter Jean Racine (1639-1699) saß. Die Mitgliedschaft in der Academie gilt als ehrenhafteste Krönung einer Intellektuellenkarriere mit quasi-adligen Status. Zu allem Überfluss ruht die „Heroïne“ (L'Officiel ) im Pariser Pantheon, der Ruhmeshalle Frankreichs.
Geistliches Lob
Von geistlicher Seite kam zur mehrfachen Ehrung der Engelmacherin kein Wort der Missbilligung. Der Fall Veil erinnert vielmehr an den Fall Emma Bonino (* 1948), der zentralen Figur bei der Legalisierung der Abtreibung in Italien. Anno 1975 wurde die Liberale Mitbegründerin des Informationszentrums für Sterilisierung und Abtreibung (“Centro di Informazione Sterilizzazione e Aborto”, CISA) zur Ikone für die italienische Legalisierungskampagne.
Höchtes Lob
Papst Franziskus lobte Emma Bonino im Corriere della Sera vom 8. Februar 2016 als „ganz Große“.
Analoges Lob spendeten nun Frankreichs Bischöfe der verblichenen Simone Veil: „Wir grüßen ihre Größe als Staatsfrau, ihren Willen, für ein brüderliches Europa zu kämpfen, ihre Überzeugung, dass Abtreibung ein Drama ist.“ Für das Zweite Vatikanische Konzil war Abtreibung kein Drama, sondern ein „verabscheuungswürdiges Verbrechen“. So wörtlich in der Pastoralkonstitution „Gaudium et spes“ unter Nr. 51.
Angesichts der gigantischen Blutspur, die Simone Veil durch ihr Abtreibungsgesetz durch Frankreich und Europa zog, ist die Twitter­Botschaft der französischen Bischöfe ein maximaler Skandal. Der Abtreibungspolitikerin wurde kritiklos Weihrauch gestreut. Die Abtreibungsopfer, die fast 7,5 Millionen unschuldige Kinder, die Veils Gesetz zum Opfer gefallen sind, wurden mit keinem Wort erwähnt.
Die Bischöfe verhalten sich damit nicht anders als die Abtreibungsideologen. Die ungeborenen Kinder werden ausgeblendet. Sie gibt es einfach nicht. Sie müssen entmenschlicht und verdinglicht werden, um sie gewissenlos beseitigen zu können.
Auch beim Ableben der abtreibungsrabiaten Parlamentspräsidentin Barbara Prammer (1954-2014) sagten Österreichs „ungute Hirten“ nicht zum Abschied leise „servus“, sondern lobten die tote Rote auf das Lauteste.
* Dr. Fred Duswald gehört zu den angefeindesten Schriftstellern Österreichs. Zuletzt überstand er einen Prozess nach einer Anzeige durch den Linzer Bischof Manfred Scheuer. Trotz allem tritt Duswald nicht aus der Kirche aus und berappt die von Hitler eingeführte Kirchensteuer. So wie schon den unvergessenen Pornojäger Martin Humer zählt „Der 13.“ Dr. Fred Duswald zu seinen Freunden.

Aus „Der 13.“ Nr. 9 vom 13. September 2017, S. 5-6.
Bild: Wikimedia Commons

Freitag, 17. November 2017

„Frauen in Afrika wollen keine legale Abtreibung, ...

... sondern Bildung und medizinische Versorgung“


Zum „Global Day of Action for Access to Safe and Legal Abortion“ erklärt Alexandra Linder M.A., Vorsitzende des Bundesverbands Lebensrecht, in Berlin:
Einen Aktionstag für „sichere“ und „legale“ Abtreibungen kann man nur als Mischung aus Ideologie, Imperialismus und finanziellem Interesse betrachten. Eines der Hauptargumente der Veranstalter ist die Tatsache, dass jedes Jahr zehntausende Frauen auf der Welt wegen einer illegalen Abtreibung sterben – dass nach Angaben der WHO zusätzlich 56 Millionen Kinder dabei sterben, ist ihnen keine Erwähnung wert. Die Hauptursache für nicht erwünschte Schwangerschaften in den sogenannten Entwicklungsländern ist, dass Frauen über ihre Sexualität nicht selbst bestimmen dürfen, sondern den Männern zur Verfügung zu stehen haben. Die Legalisierung der Abtreibung als Lösung anzubieten, ist frauenfeindlich, denn man belässt die Frauen in dieser Situation und sie und ihre Kinder müssen die Folgen tragen.
Nicht erwähnt wird außerdem, dass solche Organisationen ohne genaue Prüfung die Abtreibungspille RU 486 an Frauen in Ländern schicken, in denen Abtreibung verboten ist. Was nach der Einnahme mit den Frauen passiert, sowohl gesundheitlich als auch rechtlich, interessiert sie nicht.
An dem Aktionstag beteiligen sich unter anderem gut verdienende Unternehmen, die zum Beispiel manuelle Vakuumaspiratoren für Frühabtreibungen herstellen und das ganze als „Menstruationsregelung“ deklarieren. Führend beteiligt sind weiterhin Organisationen wie die International Planned Parenthood Federation (IPPF), die ebenso wie die deutsche Schwesterorganisation Pro Familia von Eugenikern gegründet wurde und den Begriff der „Bevölkerungs- und Geburtenkontrolle“ in „Familienplanung“ geändert hat, damit es freundlicher klingt. Das Ziel bleibt nichtsdestoweniger dasselbe: Frauen, zum Beispiel in Afrika, soll klargemacht werden, dass sie weniger Kinder bekommen müssen, und zwar durch den Einsatz von künstlichen Verhütungsmitteln und Abtreibung – das könnte man auch imperialistisch nennen. Europäische und einheimische Mediziner/innen berichten, dass oft sterile Spritzen und Hebammen fehlen, Kondome und Abtreibungspillen aber reichhaltig zur Verfügung stehen. Eine wirkliche Hilfe für diese Frauen ist Schulbildung, Ausbildung und die Möglichkeit, Geld zu verdienen. Erfahrungsgemäß sind das die sichersten Garanten für eine gesellschaftliche Aufwertung der Frauen und die selbstbestimmte Reduzierung der Kinderzahl.
Alexandra Linder M.A.
Der Bundesverband Lebensrecht fordert, dass das sinnlose Sterben von Kindern und Frauen beendet wird und vielmehr alles getan wird, um allen Frauen auf der Welt die Stärkung ihrer Menschenwürde und eine sichere medizinische Versorgung zu gewähren, damit sie ihre Kinder auf die Welt bringen und großziehen können.

Pressemeldung des Bundesverbands Lebensrecht (BVL) vom 28.09.2017:

Montag, 6. November 2017

„40 Tage für das Leben“

Foto der Teilnehmer zum Abschluss der Aktion am Sonntag
Gestern, den 5. November 2017, ging die Zweite Gebetsaktion der „40 Tage für das Leben“ in Frankfurt zu Ende. seit dem 27. September widmeten sich engagierte Menschen für das Lebensrecht der Ungeborenen dem täglichen Gebet von 9 bis 15 Uhr für den Schutz und die Rettung ungeborener Kinder. Die Gebetswache fand statt vor der  pro-familia-Beratungsstelle in Frankfurt am Palmengarten. Keine einzige Stunde des Gebets musste ausfallen, aus Mangel an Betern. Kälte und Regenwetter konnte die Teilnehmer vom Gebet vor Ort nicht abhalten. Wir alle sind sicher, dass Gott von uns nicht nur das Gebet wollte, sondern auch Opfergeist in der Annahme der Wetterbedingungen, die Er zuließ.
Dass diese Aktion ein Erfolgt war, zeigte sich am letzten Gebetstag, an dem ein sogenanntes „feministisches Netzwerk Offenbach“ nach Frankfurt kam, um fast zwei Stunden lang das friedliche Gebet von etwa 20 Betern Schreierei, Lärm und Beleidigungen zu stören. Die „Haut ab!“-Schreie haben sie endlich an sich selbst gerichtet und das Feld verlassen.
Wir sind sicher, dass die Gebete dieser 240 Stunden den Ungeborenen und ihren Müttern zugute gekommen sind.
„Hl. Josef, du Schutzpatron der Sterbenden, bitte für die ungeborenen Kinder, die in Gefahr sind und für jene, die sterben müssen“, war auch das mächtige Stoßgebet nach jedem Geheimnis des Rosenkranzes. Als Abschluss sangen wir gemeinsam das „Großer Gott, wir loben Dich“
Wir sind glücklich und dankbar an dieser Aktion teilgenommen zu haben.
Hier einige Bilder:

Am Sonntagmorgen (letzter Tag) bei Regen und Kälte...

Die Mädchenstörergruppe von feminist*innen kommen...




Zum Abschluss Dankesworte der Organisation




Dienstag, 31. Oktober 2017

„Die Botschaft des Lebens ist unerträglich“

 
Teilenehmer der Gebetsaktion „40 Tage für das Leben“ in Frankfurt
Wer gegen die „Un-Kultur des Todes“ Widerstand leistet, hat es nicht einfach. Die Botschaft des Lebens wird als unerträglicher Skandal verstanden und dementsprechend brutal ist die Maschinerie, die sich in Bewegung setzt, um diese Botschaft zum Verstummen zu bringen, sie auszugrenzen, zu diskriminieren, zu eliminieren. „Du nervst!“ Das hört der Lebensrechtler immer wieder. Es ist der Zuruf desjenigen, der die Botschaft des Lebens gesellschaftlich entsorgen will. Es ist auch der grausame Zuruf, der die ungeborenen Kinder in den Tod schickt.

(„Der Kampf ums Leben“, Mathias von Gersdorff, DVCK e.V., 2012)

Freitag, 20. Oktober 2017

Töten als Staatsaufgabe

  
von Bernward Büchner

Vor vielen Jahren schrieb der Staatsrechtler Josef Isensee, die Abtreibung als Leistung der Sozialversicherung bedeute: „Der Staat tötet“. Daran hat sich inzwischen nichts geändert. Das flächendeckende Angebot von Einrichtungen zur Vornahme von Abtreibungen ist eine „Staatsaufgabe“ und der tötende Eingriff eine Kassenleistung, die teils von den Beitragszahlern und teils aus der Staatskasse finanziert wird. Nach dem Abtreibungsurteil des Bundesverfassungsgerichts von 1993 jedoch darf unser Rechtsstaat sich an der Tötung ungeborener Kinder nicht beteiligen, von deren Rechtmäßigkeit er nicht überzeugt sein kann wie bei der nach dem „Beratungskonzept“ erfolgenden. Das betrifft etwa 98 Prozent der Schwangerschaftsabbrüche, also nahezu alle. Der Sozialstaat, so die Karlsruher Richter, könne nur mit den Mitteln des Rechtsstaats verwirklicht werden. Mit der staatlichen Schutzpflicht für das ungeborene menschliche Leben sei die Gewährung von Leistungen für solche Schwangerschaftsabbrüche nicht vereinbar. Denn dadurch würde „das allgemeine Bewusstsein in der Bevölkerung, dass das Ungeborene auch gegenüber der Mutter ein Recht auf Leben hat und daher der Abbruch der Schwangerschaft grundsätzlich Unrecht ist, erheblich beschädigt“.
Dieser Beschädigung, ja Zerstörung des Rechtsbewusstseins haben die Verfassungsrichter, alle hehren Grundsätze über Bord werfend, jedoch selbst Tür und Tor geöffnet. Eine Inanspruchnahme der Sozialversicherung haben sie nur insoweit ausgeschlossen, als es um „den Abbruch selber“ geht. Dessen Kosten dürften bei Bedürftigkeit der Frau freilich vom Staat übernommen werden. Dieses Schlupfloch nutzend legt das Gesetz zur Hilfe für Frauen bei Schwangerschaftsabbrüchen „in besonderen Fällen“ die Grenze der Bedürftigkeit derart fest, dass seine Praxis zu einer Kostenerstattung aus den Haushalten der Länder für über 90 Prozent der „beratenen“ Kindestötungen in einer Höhe von jährlich mehr als 40 Millionen Euro führt. Gerechtfertigt soll diese skandalöse Praxis deshalb sein, weil die Inanspruchnahme eines Arztes nicht am Fehlen der hierfür erforderlichen finanziellen Mittel scheitern dürfe und die Frau sonst den Weg in die Illegalität suchen und gesundheitlichen Schaden erleiden könne. Doch welche Frau wird heute noch wegen der Kosten von rund 300 Euro den Weg zum Arzt scheuen? Zu den legitimen Mitteln eines Rechtsstaats gehört jedenfalls nicht die rechtswidrige Tötung ungeborener Kinder durch Ärzte im Gesundheitsinteresse der Mutter.
Nach der jüngsten Geburtenstatistik des EU-Statistikamtes Eurostat nahm Deutschland im Jahr 2009 unter allen EU-Mitgliedsstaaten erneut mit Abstand den letzten Platz ein. Die unbestreitbaren Folgen dieser Entwicklung sind verheerend. Höchste Zeit aufzuwachen und den verhängnisvollen Weg der Tötung ungeborener Kinder durch den Staat endlich zu verlassen.

Der Verfasser ist Vorsitzender Richter am Verwaltungsgericht a.D. und Vorsitzender der Juristen-Vereinigung Lebensrecht e.V. (Köln).

Donnerstag, 19. Oktober 2017

Kein Recht auf Todesurteil zugunsten des Wohlstands

Reichstag - Deutscher Bundestag


Kein Parlament und kein Verfassungsgericht hat das Recht, aus sozialen Gründen einen Teil seiner Bürger zum Tode zu verurteilen, etwa nur damit angeblich der Wohlstand der übrigen noch erhöht wird.

Europäisches Parlament in Straßburg



Mittwoch, 9. August 2017

Ungeborene können beschädigte Organe der Mutter heilen

Kann ein ungeborenes Baby wirklich Stammzellen senden, um die Organe seiner Mutter zu reparieren?
 
Wissenschaftler glauben, dass es einen evolutionären Mechanismus gibt, bei dem das Baby das Herz der Mutter während und nach der Schwangerschaft schützt.

Diese populäre meme* deutet darauf hin, dass ein ungeborenes Baby seine eigenen Stammzellen an seine Mutter schicken kann, um beschädigte Organe zu reparieren. Memes* sind nicht immer für ihre wissenschaftliche Genauigkeit bekannt, also was ist die Wahrheit hinter dieser Behauptung?
Snopes.com, eine Website für urbane Legenden, Internet-Gerüchte, E-Mail-Weiterleitungen und andere Geschichten von unbekannter oder fragwürdiger Herkunft, machte sich daran, die Behauptung dieses Meme* zu untersuchen, dass während der Schwangerschaft, wenn die Mutter Organschäden erleidet, das Baby im Mutterleib Stammzellen sendet, um das beschädigte Organ zu reparieren. Trotz einiger eindringlicher Bemerkungen über die Verwendung des Begriffs „Baby“ und ob es weiß, dass es seiner Mutter hilft, kommt der Autor zu dem Schluss, dass „die Wissenschaft zu dieser Behauptung eigentlich ziemlich fest steht“.

Die Zelle eines Babys kann in der Mutter 27 Jahren verbleiben.

Der Transfer und die Einverleibung von fötalen Stammzellen in die Organe einer Mutter wird als fötomaternaler Mikrochimerismus bezeichnet, und die Wissenschaftler waren sich seit Jahrzehnten allgemein dessen bewusst. Eine Studie aus dem Jahr 1996 über die Verfahren der Nationalen Akademie der Wissenschaften, hat zum Beispiel, festgestellt, dass bei Menschen, genetisch getrennte Zellen aus einem männlichen Fötus im Körper der Mutter noch 27 Jahre nach der Geburt des Kindes vorhanden war.

Aber Organe heilen?

Eine Studie von 2015, die in der Zeitschrift Circulation Research veröffentlicht wurde, befasste sich mit der Frage der fötalen Stammzellen, die tatsächlich die mütterlichen Organe heilten. In dieser Studie haben die Forscher Mäuse mit einem fluoreszierenden Protein markiert, das den Forschern ermöglichte, den Weg der Stammzellen des Fötus von der Plazenta der Mutter in ihr Herz zu verfolgen, während sie der Mutter eine Herzverletzung provozierten. Sie fanden heraus, dass fötale Stammzellen direkt auf die beschädigten Herzzellen zielten und sich vollständig in das Herz der Mutter integrierten.
Es schien, dass fötale Zellen genaue Signale spürten, die es ihnen erlaubten, auf den bestimmten verletzten Bereich zu zielen. Die Autoren sagten, sie hätten potenziell „ein evolutionären Mechanismus aufgedeckt, durch den der Fötus beim Schutz des Mutterherzens während und nach der Schwangerschaft hilft“. Es gibt eine breite Forschung, die darauf hindeutet, dass ähnliche Phänomene beim Menschen auftreten können.

Also, eine erstaunliche Pro-Life-Tatsache, die Sie mit Vertrauen verbreiten können!


*) Als Internetphänomen (auch Internet-Hype oder virales Phänomen) wird ein Konzept in Form eines Links oder einer Bild-, Ton- oder Videodatei bezeichnet, das sich schnell über das Internet verbreitet. Die am weitesten verbreitete Unterform ist die eines über das Internet verbreiteten Memes.


Quelle: Society for the Protection of Unborn Children vom 9. Dezember 2016.
Übersetzung mit Hilfe von Google-Tramslator