Freitag, 22. Mai 2015

Jede dem Leben zugefügte Verletzung verursacht irreparable Schäden für den Frieden



Wer den Wert des menschlichen Lebens nicht ausreichend würdigt und folglich zum Beispiel die Liberalisierung der Abtreibung unterstützt, macht sich vielleicht nicht klar, dass auf diese Weise die Verfolgung eines illusorischen Friedens vorgeschlagen wird.
Die Flucht vor der Verantwortung, die den Menschen entwürdigt, und noch mehr die Tötung eines wehrlosen, unschuldigen Wesens, können niemals Glück oder Frieden schaffen.Wie kann man denn meinen, den Frieden, die ganzheitliche Entwicklung der Völker oder selbst den Umweltschutz zu verwirklichen, ohne dass das Recht der Schwächsten auf Leben – angefangen bei den Ungeborenen – geschützt wird? Jede dem Leben zugefügte Verletzung, besonders an dessen Beginn, verursacht unweigerlich irreparable Schäden für die Entwicklung, den Frieden und die Umwelt.

(Benedikt XVI. zum Weltfriedenstag 2013)

Donnerstag, 21. Mai 2015

Was fühlen Babys während der Schwangerschaft?


Hören, tasten, Glücksgefühle – was kann ein Baby im Bauch einer Schwangeren fühlen? Bekommt es Stress, Freude oder Trauer mit? Ab wann kann es hören, sehen oder Schmerz empfinden?
Wissenschaftler sind diesen Fragen auf den Grund gegangen. Die Meinung, dass eine Frau erst dann ein Baby hat und Mutter ist, wenn ihr Kind die Gebärmutter verlassen hat, ist durch die Möglichkeit im Ultraschall, schon frühe Blicke auf den Fötus zu werfen, zurückgegangen.
Heute spüren immer mehr Eltern, dass sie bereits Vater und Mutter sind, wenn sich ihr Baby noch im Mutterleib befindet. Sie bauen also früher eine Beziehung zu dem Kind auf und interessieren sich dadurch zunehmend, was der Fötus eigentlich schon alles kann. Fragen, auf die Wissenschaftler erstaunliche Antworten haben.
Wie wichtig der Bauch im Seelenleben eines Menschen ist, sagt schon die Umgangssprache: Man hat „Wut im Bauch“ oder spürt „Schmetterlinge im Bauch“. Wie ist es erst, wenn man einen kleinen Menschen im Bauch hat? Kommen die Bauchgefühle der Mutter beim Ungeborenen an? Der Psychologe Dr. Ludwig Janus ist sich da absolut sicher: „Wenn wir mit einem anderen Menschen so eng zusammen sind, wie das vor der Geburt der Fall ist, nehmen wir dessen Gefühle auf sehr vielen Ebenen wahr“, betont er in einem Interview. Janus glaubt sogar: „Die vorgeburtlichen Prägungen sind die tiefsten“.
Als sicher gilt, dass unter anderem bestimmte mütterliche Hormone als Botenstoffe wirken. Sie sind verantwortlich für An- und Entspannung, Trauer, Wut oder Freude der Mutter für das Baby fühlbar, denn die Plazenta gibt diese Botenstoffe an das Kind weiter. Stress oder Freude - die Gefühle der Mutter werden durch das Nabelschnurblut rasch an das Ungeborene weitergeleitet.
Das Umfeld während der Schwangerschaft
spielt eine große Rolle


Die Gefühle der Mutter scheinen die junge Seele des Babys nachhaltig zu beeinflussen. „Das entstehende Gehirn des Ungeborenen schaltet sich so, wie das Milieu es vorgibt“, erklärt Dr. Janus, Lehranalytiker und Dozent an verschiedenen Forschungsinstituten. „Wenn dieses Umfeld sehr beängstigend ist, dann werden eher die Synapsen (Nervenverbindungen) für Angst, Unruhe und Stress ausgebildet und weniger die für Glück und Zufriedenheit. Steht aber die Mutter in einem guten Verhältnis zur Schwangerschaft, so ist es umgekehrt. Dann fühlt sich das Kind auch gewünscht“, glaubt Janus. Manche Forscher sprechen sogar von einer vorgeburtlichen Einstellung eines Menschen, die lebenslang nachwirkt.
Wie wichtig positive Gefühle der Mutter während der Schwangerschaft sind, beobachten Wissenschaftler im Mutterleib durch Ultraschall. Babys reagieren sichtbar auf negative Gefühle der Schwangeren. Die einen werden unruhig, ihre Bewegungen sind fahrig. Die andren machen sich klein und ziehen Arme und Beine dicht an den Körper heran. Auch die Mimik des Gesichts zeigt, dass das Kind bereits in der 28. Woche ein reiches Gefühlsleben hat. Im hochauflösenden Spezial-Ultraschall sieht man, wie Babys die Stirn in Faltenlegen oder ihr kleines Gesicht entspannen. Sie zeigen sogar schon Andeutungen eines Lächelns. Wie schädlich überwiegend negative Gefühle der Schwangeren sind, zeigt sich auch am Neugeborenen. Werdende Mütter, die überdurchschnittlich gestresst, depressiv oder angsterfüllt waren, bekommen häufiger Kinder mit einem unterdurchschnittlich entwickelten Gehirn. Solche Kinder, sagt Janet Di Pietro, Professorin an der John Hopkins Universität von Baltimore (USA), wirken auch noch sechs Wochen nach der Geburt zurückgeblieben, sind schlaffer, schwächer und motorisch ungeschickter.

Mathias von Gersdorff in „Kultur und Medien Online“, 24.06.2013

Mittwoch, 6. Mai 2015

Abtreibung als Mittel der Verhütung

Bischof Algermissen, Fulda
Als Mann der Kirche muss ich das zur Sprache bringen. Das Gesetz, vor zehn Jahren vom Bundestag beschlossen, hat sein Ziel, das menschliche Leben an seinem Anfang besser zu schützen, verfehlt. Die Zahl der Abtreibungen liegt nach wie vor bei 130 000. Fatalerweise hat sich durch die Formulierung „rechtswidrig“, aber „straffrei“ der Irrglaube durchgesetzt, dass Abtreibung sozusagen ein legales Mittel der Schwangerschaftsverhütung sei. Auch wenn der neue Bundestag kaum die Kraft haben wird, etwas zu ändern, möchte ich die Politiker doch daran erinnern, dass vor zehn Jahren mitbeschlossen wurde, nach geraumer Zeit die Regelung zu überprüfen und notfalls zu korrigieren. Diesen Notfall haben wir.
(Bischof Algermissen, 2005)


Dienstag, 5. Mai 2015

Ohne Rücksicht auf Einschüchterung und Lob, Anwalt des Lebens sein


Zeuge Christi sein bedeutet, Zeugnis zu gegen für die Wahrheit, für Gott und die wahre Größe des Menschen, für die gottgewollte Ordnung in allen Lebensbereichen. Darum ist Kardinal von Galen damals so entschieden gegen die organisierte Ermordung sogenannten unwerten Lebens aufgetreten. Gegenüber menschenverachtender Tyrannei erinnerte er an das Gebot Gottes: „Du sollst nicht töten!“ Wenn auch heute die Bedrohung der Würde und Grundrechte des Menschen auf nicht so dramatische, sondern subtilere Weise geschieht, muss die Kirche nicht weniger bereit sein, „nec timore nec laudibus“, ohne Rücksicht auf Einschüchterung und Lob, sich gleichermaßen stets zum Anwalt des Lebens machen. Angesichts der erschreckend hohen Zahl der Abtreibungen und der zunehmenden unerlaubten Praktiken sogenannter „Sterbehilfen“ hat der Dienst am Leben für uns Bischöfe in der heutigen Gesellschaft erneut eine große Aktualität und Dringlichkeit erlangt. Es gilt, Gott als den alleinigen Herrn über Leben und Tod mit neuem Nachdruck zu verkünden und die feindliche Einstellung dem Leben gegenüber sowie den mangelnden Mut zur Weitergabe des Lebens durch ein neues Ja zum Leben zu überwinden. Vor allem in den Ehen und Familien ist ein zuversichtliches, lebensfreundliches Klima zu fördern, die Bereitschaft zu einem Leben, das offen und fähig ist, in der lebendigen Gemeinschaft mit Gott zu seiner vollen Entfaltung und Erfüllung zu gelangen, Denn Christus ist ja gekommen, daß die Menschen „das Leben haben und es in Fülle haben“ (Joh 10,10).

Ansprache Johannes Paul II. an die Deutsche Bischofskonferenz in Köln am 30.April 1987


Montag, 4. Mai 2015

Das Jammern über die demographische Katastrophe

Im scharfen Kontrast zur Lebensfeindlichkeit steht das permanente Jammern unserer Politiker über die demographische Katastrophe. Skandalös seitens der Volksvertreter ist die Verweigerung, einen Zusammenhang zwischen der demographischen Situation und der Abtreibung zu sehen. Nicht nur, dass genau die Kinder fehlen, die abgetrieben werden. Allein das sollte Argument genug sein, um Maßnahmen gegen die Kindestötung vorzugehen. Doch ein Zusammenhang zwischen Demographie und Abtreibung besteht auch darin, dass die Abtreibungsgesetzgebung und die fast unwidersprochene Antilebenspolitik der Abtreibungslobby die Mentalitäten der Menschen verändern. Für viele ist es eben nicht mehr anstrebenswert, Kinder zu haben. Für immer mehr Menschen ist es auch nicht mehr selbstverständlich, dass ein gezeugtes Kind überhaupt zur Welt kommt. Selbstverständlich wird die Abtreibung für immer mehr Menschen zunehmend als Verhütungsmittel verwendet: Wenn man schwanger ist, überlegt man, ob man das Kind überhaupt haben will oder nicht. Eine Selbstverständlichkeit ist für viele gar nicht mehr gegeben.


Sonntag, 3. Mai 2015

„Spirale des Schweigens“

Zur Legalisierung der Verbrechen gegen das menschliche Leben gesellt sich also eine „Spirale des Schweigens“, die sich mit den Menschen verachtenden Verhältnissen abgefunden hat und darauf verzichtet, mit Nachdruck, Beharrlichkeit und Engagement auf eine Änderung der Situation hinzuwirken bzw. auf eine Wiederherstellung des vollen Rechtsschutzes für das menschliche Leben von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod zu bestehen. 

(Dr. Werner Neuer, "Bausteine für eine Ethik des Lebens" in „Medizin und Ideologie“ 1/2011)


Samstag, 2. Mai 2015

Ausschaltung des Schöpfers

Wird die schöpferische Funktion menschlicher Zweigeschlechtigkeit aus der innersten Beziehung der Ehegatten durch die zeitliche oder dauernde Sterilisation mit Pille, Spirale usw. beseitigt, so bedeutet dies gleichzeitig die Ausschaltung des Schöpfers.

 (Dr.med. Siegfried Ernst, 1988)


Freitag, 1. Mai 2015

Das Leben ist heilig in all seine Phasen

 
Liebe Freunde im Arztberuf, ihr, die ihr dazu berufen seid, euch des menschlichen Lebens in seiner Anfangsphase anzunehmen, mögt jeden in Wort und Tat daran erinnern, dass dieses Leben in all seinen Phasen und in jedem Alter heilig ist und immer Qualität besitzt. Und nicht aus Gründen des Glaubens - nein, nein! -, sondern aus Gründen der Vernunft, aufgrund eines wissenschaftlichen Diskurses! Kein menschliches Leben ist heiliger als ein anderes, so wie es kein menschliches Leben gibt, das qualitativ bedeutsamer ist als ein anderes. 

(Papst Franziskus an kath. Gynäkologen)