Freitag, 24. Februar 2023

Marco Buschmann: Selbstbestimmungsrecht der Frau zum Töten ihres Kindes...

 



Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) hat sich in einigen Interviews zur Arbeit der Kommission, die die Streichung von §218 StGB untersuchen soll, geäußert.

So sagte Buschmann gegenüber der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ in einem Podcast vom 15. Februar 2023:

  • „Meine persönliche Meinung ist, dass dieser Konflikt eher zugunsten des Selbstbestimmungsrechts der Frau aufzulösen ist“.

  • „Wer sind wir als Staat, dass wir uns anmaßen, unsere Entscheidung an die Stelle des Menschen, und das ist im Wesentlichen die Mutter, zu setzen, deren Leben am meisten dadurch geprägt wird?“

Beide Zitate zielen auf eine Abschaffung von §218 StGB (Abtreibungsparagraf) und damit auf das Ende jeglichen Schutzes der ungeborenen Kinder hin.

Diese Zitate offenbaren eine erschreckende falsche Haltung des JUSTIZministers gegenüber dem Grundrecht auf Leben und den Aufgaben des Staates:

Erstens: Wenn Buschmann vom „Selbstbestimmungsrecht“ der Frau spricht, sollte er auch das Selbstbestimmungsrecht des ungeborenen Kindes erwähnen.

Zweitens: Das Grundgesetz spricht sehr deutlich von einem Recht auf Leben aller Menschen, nicht aber, von einem „Selbstbestimmungsrecht“. Jedenfalls darf sich der Wunsch nach „Selbstbestimmung“ (wie auch immer dieser auch definiert wird) nicht gegen die Rechte anderer richten - hier konkret gegen das Recht auf Leben des ungeborenen Kindes.

Drittens: Das Bundesverfassungsgericht hat sehr wohl und mehrmals geurteilt, dass ungeborene Kinder ein Recht auf Leben haben und dieses Leben vom Staat geschützt werden muss.

Wir müssen energisch gegen den Bundesjustizminister aufgrund seiner letzten Aussagen protestieren.

Deshalb möchte ich Sie bitten, heute noch eine Protestmail an ihn zu schreiben.

Unten finden Sie einen Mustertext dazu, den sie selbstverständlich nach Belieben auch ändern können.

Hier die Kontaktdaten von Bundesjustizminister Marco Buschmann:

Beim Bundesjustizministerium:

Telefon +49 (0) 30 18 580 - 0

E-Mail: poststelle@bmj.bund.de

Bei der FDP-Bundesgeschäftsstelle

Reinhardtstraße 14

10117 Berlin

info@fdp.de

Mustertext:

Betreff: Staat hat PFLICHT zum Lebensschutz

Sehr geehrter Herr Bundesminister,

gegenüber der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ haben Sie Aussagen hinsichtlich des Themas Abtreibung gemacht, in denen Sie das Recht auf Leben ungeborener Kinder relativieren und die Schutzpflicht des Staates bezweifeln.

Gerade als Justizministerin sollten Sie die geltende Rechtslage und die Urteile des Bundesverfassungsreichts beachten:

Erstens: Das Grundgesetz spricht sehr deutlich von einem Recht auf Leben aller Menschen, nicht aber, von einem „Selbstbestimmungsrecht“. Jedenfalls darf sich der Wunsch nach „Selbstbestimmung“ (wie auch immer diese auch definiert wird) nicht gegen die Rechte anderer richten - hier konkret gegen das Recht auf Leben des ungeborenen Kindes.

Drittens: Das Bundesverfassungsgericht hat sehr wohl und mehrmals geurteilt, dass ungeborene Kinder ein Recht auf Leben haben und dieses Leben muss vom Staat geschützt werden.

Drittens: Wenn Sie schon von einem „Selbstbestimmungsrecht“ der Frau sprechen, sollten Sie auch das Selbstbestimmungsrecht des ungeborenen Kindes erwähnen.

Ich möchte Sie dazu auffordern, die Stellungnahmen in der Öffentlichkeit zu korrigieren, damit nicht der Eindruck entsteht, dass ein Bundesjustizminister das Grundrecht auf Leben relativiert.

Mit freundlichen Grüßen

 

* * *

 
 
 

Mit bestem Dank für Ihre Teilnahme und freundlichen Grüßen

Pilar Herzogin von Oldenburg

 
 

PS: Der Kampf um das Recht auf Leben der ungeborenen Kinder tritt in Deutschland in eine neue Phase ein. Denn die Grünen sind entschlossen, den letzten Rest an Lebensrecht in Deutschland auszulöschen.

Wir müssen uns auf einen äußerst erbitterten und harten Kampf einstellen.

Donnerstag, 12. Januar 2023

Warum hassen so viele den Marsch für das Leben?

 


John Horvat II, USA
     9. Januar 2023

    Trotz der Aufhebung des Urteils Roe v. Wade wird der jährliche Marsch für das Leben am 20. Januar (2023) in Washington, D.C., stattfinden, dem 50. Jahrestag der berüchtigten Entscheidung des Obersten Gerichtshofs von 1973. Viele eingefleischte Lebendschutzbefürworter haben sich jahrzehntelang bis zum Obersten Gerichtshof vorgekämpft und sind der Meinung, dass es jetzt nicht an der Zeit ist, sich auf den Lorbeeren auszuruhen, sondern den Angriff zu verstärken und weiter zu demonstrieren. Gemäßigte Stimmen sagen jedoch, die jährliche Veranstaltung sei nicht mehr nötig, da sich der Kampf auf die Bundesstaaten verlagert habe. Andere, die der katholischen Linken angehören und den Marsch nie mochten, sind nur zu gern bereit, ihn abzusagen, um sich auf Themen der „sozialen Gerechtigkeit“ zu konzentrieren, die sie für wichtiger halten. Feministinnen würden sich über das Verschwinden der Pro-Life-Massen voller weiblicher Teilnehmer aller Altersgruppen freuen.

    Sie alle hassen den Marsch für das Leben. Einige mögen eine positive Erwähnung des „Lebens“ tolerieren. Was sie jedoch am meisten hassen, ist das Wort „Marsch“, und zwar aus drei Gründen.

Ein Marsch ist eine Vorwärtsbewegung

    Erstens bedeutet ein Marsch eine Vorwärtsbewegung im Einklang mit anderen. Die Abtreibungsbefürworter können mit einer unkonzentrierten und fragmentierten Bewegung umgehen. Doch das Wort „Marsch“ beinhaltet die Vorstellung, dass die Kräfte gebündelt und auf ein bestimmtes Ziel ausgerichtet sind.

    Im Laufe der Jahrtausende haben die Militärs Märsche entwickelt, um ihre Truppen dorthin zu bringen, wo sie gebraucht wurden. Der Einsatz von koordiniertem Handeln und Rhythmus schafft Dynamik und Schwung. Der Einzelne überwindet seine Schwächen und schöpft Kraft aus der gemeinsamen Aktion. Der Soldat weiß, dass er Teil von etwas ist, das größer ist als er selbst. Im Laufe der Jahrzehnte hat der Marsch für das Leben dem Zweck gedient, die Bewegung zu vereinen und allen Beteiligten das Gefühl zu geben, dass sie Teil eines einzigen großen Stoßes sind, der sich im Kampf für die Kultur engagiert. Jeder Lebensbefürworter wird Teil von etwas Größerem, das sich synchron zu den neuen Kämpfen des Jahres bewegt.

    Der Anblick von Hunderttausenden, die jedes Jahr in Washington aufmarschieren, muss den Abtreibungsbefürwortern Angst einjagen. Der Marsch ist viel mehr als eine Kundgebung oder ein Protest. Er ist eine jugendliche Kraft, die sich in Bewegung setzt und den Eindruck der Unbesiegbarkeit erweckt. Das ist, warum die Linke ihn hasst und warum die Abtreibungsgegner weiter marschieren müssen.

Ein Marsch ist eine energiegeladene Bewegung

    Der Marsch für das Leben ist eine energiegeladene Vorwärtsbewegung, die ein Gefühl von Zielstrebigkeit und Militanz vermittelt. Der Marsch macht aus dem Kampf für das Leben mehr als nur eine Diskussion oder Debatte. Er ist ein leidenschaftlicher Kampf um die Seele Amerikas. Er erfordert eine Intensität des Handelns wie bei einem Soldaten, wenn auch auf dem kulturellen Schlachtfeld. Er erfordert Organisation, Anpassungsfähigkeit und Gerissenheit gegenüber einem Feind, der über enorme Ressourcen und Macht verfügt.

    So vermittelt der Marsch das Gefühl eines wahren Kampfes, der Opfer und Entschlossenheit erfordert. Der Marsch für das Leben erfordert jedes Jahr großen Einsatz, da die Menschen aus dem ganzen Land kommen, um sich zu vereinen. Der Marsch muss gegen ein feindseliges Establishment und Medien ankämpfen, die jeden seiner Schritte sorgfältig beobachten (und dennoch zu wenig darüber berichten). Die andere Seite muss zugeben, dass der Marsch in seiner fünfzigjährigen Geschichte immer friedlich und legal verlaufen ist und seine Millionen von Teilnehmern nie zu gewalttätigen Zwischenfällen geführt haben.

    Die Veranstaltung ist eine Gelegenheit, um die Abtreibungsgegner zu mobilisieren und sie zu einem einzigen Ziel zu vereinen. Die überwältigenden Zahlen geben Jahr für Jahr einen Eindruck von der Stärke der Bewegung. Die andere Seite hat nichts Vergleichbares.

Der Marsch repräsentiert eine edle und religiöse Sache

    Schließlich hassen die Menschen den Marsch für das Leben, weil er die Bewegung mit einer edlen Sache verbindet. In der Geschichte stehen Märsche oft für Bewegungen, die ein hehres Ziel verfolgen. Dieses nationale Ereignis verbindet alle, die das Leben für wertvoll halten, mit dem höchsten Ziel.

    Die Menschen versammeln sich nicht nur, um das Leben ungeborener Kinder zu schützen, sondern auch, um die zugrunde liegenden moralischen Prinzipien und vor allem die Sache Gottes zu verteidigen. Der Marsch ist voll von religiösen Symbolen, Gebeten und Bitten. Die vielen Menschen, die marschieren, sind diejenigen, die die Sünden der Nation beklagen. Ihre Teilnahme ist ein Gebet an den Allerhöchsten, das um sein Eingreifen bittet.

    So spüren die Teilnehmer der Veranstaltung die göttliche Gnade und Gegenwart, die sie ermutigt, trotz aller Widrigkeiten weiterzumarschieren. Es gibt keine andere Erklärung für die Beharrlichkeit und Zähigkeit der Pro-Life-Bewegung als dieses göttliche Handeln. Auch die Linke spürt und fürchtet dieses Handeln, das sich beim Marsch so gut sichtbar wird.

Der Akt des Marschierens ist symbolisch

    Wenn sie ihre künftige Teilnahme am Marsch für das Leben in Erwägung ziehen, tun die Verantwortlichen von Pro-Life-Organisationen und -Gruppen gut daran, die politischen Aspekte des Themas zu berücksichtigen. Viel wichtiger ist jedoch der symbolische Akt des Marsches, der sich als so vorteilhaft erwiesen hat, um die Lebensrechtler im ganzen Land zu vereinen, weil er dynamisch nach vorne geht, Energie spendet und für eine edle Sache steht. Sie können die Wirksamkeit des Marsches auch an dem Hass messen, den er bei den Abtreibungsbefürwortern hervorruft.

    In der Tat darf die Bewegung dieses lebendige Symbol der Pro-Life-Bewegung niemals aufgeben. Sie muss den Aufrufen der Gemäßigten widerstehen, die eine Änderung des Schwerpunkts fordern. Es war enttäuschend, aber kaum überraschend, dass Washingtons liberaler Kardinal Wilton Gregory die Messe und die Jugendkundgebung, die normalerweise vor dem Marsch stattfinden, abgesagt hat.

    Die Bewegung muss diesen Kampf gegen Abtreibung bis zum Ende führen. Die Präsidentin des Marsches für das Leben, Jeanne Mancini, trifft den Nagel auf den Kopf, wenn sie die Pro-Life-Amerikaner ermutigt, „furchtlos weiterzumarschieren“.

„Wir werden so lange mutig und freudig weitermarschieren, bis das große Unrecht der Abtreibung undenkbar geworden ist und jedes Leben wertgeschätzt und geschützt wird“, fügte sie hinzu.

Nach Dobbs, müssen die Abtreibungsgegner nach einer gewonnenen Schlacht, weiter marschieren und den Angriff fortsetzen. Der endgültige Sieg im Kulturkampf hängt davon ab.

 

 

Aus dem Englischen mit Hilfe von DeepL-Übersetzer (kostenlose Version) von „Why Do So Many Hate the March for Life?“ in www.tfp.org am 9. Januar 2023

Die deutsche Fassung „Warum hassen so viele den Marsch für das Leben?“ erschien erstmals in www.aktion-sos-leben.blogspot.com

© Nachdruck oder Veröffentlichung ist mit Quellenangabe dieses Blogs gestattet.

Photo: © American TFP

Dienstag, 1. November 2022

Beten und handeln, um die Sünde der Abtreibung zu stoppen – es funktioniert wirklich!

Daniel Martins 

Am 7. Juli dieses Jahres nahm das Europäische Parlament mit 324 Ja-Stimmen, 155 Nein-Stimmen und 38 Enthaltungen eine Entschließung an, in der gefordert wird, „das Recht auf sichere und legale Abtreibung“ als Grundrecht in die Charta der Grundrechte der Europäischen Union aufzunehmen. Es wiederholte die Forderung, dass der Europäische Rat einen Konvent zur Überarbeitung der geltenden EU-Verträge einberuft [1].

Das Votum der Abgeordneten wurde durch die jüngste Entscheidung des Obersten Gerichtshofs der USA ausgelöst, Roe versus Wade [2]  zu kippen, und wirft ein Schlaglicht auf die Befürchtung, dass diese einen Pro-Life-Dominoeffekt auf der anderen [europäischen] Seite des Atlantiks auslösen könnte. 

Wird das jüngste Urteil des Obersten Gerichtshofs der USA einen solchen Dominoeffekt auslösen?

1973 entschied der Oberste Gerichtshof der USA unter Berufung auf das Recht auf Privatsphäre in einer verzerrten Auslegung der US-Verfassung, dass Abtreibungen in allen Stadien der Schwangerschaft und aus jedem Grund im ganzen Land legal sein sollten. Dieses Urteil, bekannt als Roe versus Wade, vervielfachte das Abschlachten von Unschuldigen. Man schätzt, dass in den 50 Jahren, in denen dieses Urteil umgesetzt wurde, mehr als 63 Millionen Kinder [3]  im Mutterleib getötet wurden, dem Ort, an dem sie am meisten geschützt werden sollten. Dieses Urteil hallte wie eine Losung für alle Länder der Welt wider. 

Andernorts wurden Fälle von Vergewaltigung und Frauengesundheit zum Anlass genommen, die Abtreibung per Gesetz oder Gerichtsbeschluss zu legalisieren. Die Leichtigkeit, ein Kind zu töten, führte allmählich dazu, dass die Zahl der Fälle zunahm, in denen eine Abtreibung zu einem späteren Zeitpunkt der Schwangerschaft erlaubt wurde, wenn der Fötus schon mehr Zeit hatte, sich zu entwickeln. Einige amerikanische Bundesstaaten gingen sogar so weit, die Tötung des Kindes kurz vor der Geburt [4] oder sogar von Neugeborenen [5] zu erlauben.

Die Radikalität des Urteils Roe versus Wade und seiner Folgen rief jedoch immer heftigere Reaktionen hervor. Der „Marsch für das Leben“ wurde jedes Jahr größer und zog Menschenmassen an, von denen die Abtreibungsbefürworter nie zu träumen gewagt hätten. Die Zahl der Pro-Life-Zentren zur Unterstützung von Frauen, die unter Abtreibungsdruck stehen, wuchs sogar noch weiter an. Die Proteste gegen die „Todesindustrie“ wurden immer ernsthafter und wirksamer; es gab immer mehr Gebetswachen und Freiwillige, um potenziellen Opfern vor den Abtreibungsmühlen zu helfen. Langfristig wurde deutlich, dass das Roe-gegen-Wade-Urteil – eine scheinbar große Errungenschaft der Abtreibungsbefürworter – die Bewegung zur Verteidigung moralischer Grundsätze, insbesondere des Rechts auf Leben unschuldiger Ungeborener, letztlich gestärkt und gefestigt hat.

Darüber hinaus begannen die konservativsten US-Bundesstaaten nach und nach mit der Einführung von Maßnahmen zur Einschränkung der Abtreibungspraxis. Die Strategie des schrittweisen Vorgehens, ohne das Endziel – die Abschaffung der Abtreibung per se – aus den Augen zu verlieren, begann sich zu bewähren. 

Daten des Pew Research Center zeigen, dass die Anti-Abtreibungs-Reaktion zu einem drastischen Rückgang der Zahl der Abtreibungskliniken geführt hat, von 2908 im Jahr 1982 auf 1587 im Jahr 2017. Auch wenn die Zahl der Abtreibungen nach wie vor enorm hoch und nicht hinnehmbar ist, zeigen die Daten, dass sie seit den 1990er Jahren rückläufig ist. Beharrliches Handeln wirkt wirklich!

Das Wachstum der Pro-Life-Bewegung hat mit der Aufhebung des unglückseligen Urteils Roe v. Wade durch den Obersten Gerichtshof am 24. Juni 2022 einen Höhepunkt erreicht. [6] 

Die langjährige Beharrlichkeit der Pro-Life-Bewegung, in der die TFP Student Action stolz darauf ist, mit anderen verdienten Gruppen an vorderster Front mitzuwirken, hat gezeigt, wie durch dauerhaftes Handeln unvorstellbare Ziele erreicht werden können. Vor allem aber hat sie gezeigt, wie wirksam das Gebet ist, denn wie die heilige Jeanne D’Arc, die hl. Johanna von Orléans, sagte: „Die Menschen kämpfen und Gott gibt ihnen den Sieg.“ Er hat versprochen, allen zu helfen, die darum bitten. 

Europas Abtreibungsbefürworter fürchten das Gebet

Atheistische Abtreibungsbefürworter in Europa kennen die Macht des Gebetes. Es ist kein Wunder, dass überall geplante Gesetzentwürfe auftauchen, die das Gebet von Gruppen verbieten, die sich friedlich in der Nähe von Abtreibungskliniken versammeln, um Gott für die Sünde der Abtreibung Sühne zu leisten. Sie hoffen, dass ihre Gebete die Herzen sowohl der „Kundinnen“ als auch der Klinikmitarbeiter berühren.

In Frankreich stellt ein Gesetz aus dem Jahr 1993 die „Behinderung eines Schwangerschaftsabbruchs“ unter Strafe und verbietet Demonstrationen in der Nähe von Abtreibungskliniken. 2017 wurde das Gesetz um Internetinformationen oder telefonische Beratungsstellen erweitert. In Spanien hat der Senat am 13. April 2022 ein Gesetz verabschiedet, das das Beten vor Abtreibungskliniken unter Androhung einer einjährigen Haftstrafe verbietet! [7]  Ein ähnliches Gesetz wurde am 24. März in Nordirland verabschiedet, das eine Geldstrafe von 2.500 Pfund vorsieht [8].  In Deutschland [9]  und den Niederlanden wird die Debatte weiterhin intensiv geführt, oft auf Provinz- oder Gemeindeebene. 

Die katholische Lehre stuft die Abtreibung als eine der Sünden ein, die „zum Himmel schreien und Gott um Rache anflehen“. Das Zweite Vatikanische Konzil definiert sie als ein „verabscheuenswürdiges Verbrechen“ [10]. Die Legalisierung dieser schändlichen Praxis bedeutet, dass die Sünde nicht nur von denjenigen begangen wird, die an der Abtreibung beteiligt sind – Katholiken werden automatisch exkommuniziert, wenn ein abgetriebenes Kind stirbt –, sie ist auch eine ungeheure kollektive Sünde jeder Nation, die sie unter dem Schutz des Gesetzes zulässt. 

Deshalb beten wir!

Wir beten für die Kinder im Mutterleib, die Gefahr laufen, barbarisch ermordet zu werden, bevor sie das Licht der Welt erblicken und getauft werden. Wir beten für angehende Mütter, die von ihren Partnern, ihrer Familie oder sozialen Einrichtungen unter Druck gesetzt werden, das Leben, das sie im Mutterleib tragen, abzutreiben. Sie werden schwere psychologische und physiologische Folgen für diese fatale Handlung erleiden. Wir beten für die Mütter, die abgetrieben haben, es bereuen und verzweifelt sind, weil sie nicht wissen, wie sie ihre Schuld wiedergutmachen können.

Wir beten auch für die Bekehrung derer, die diese schändliche Sünde fördern und beruflich und finanziell davon profitieren, damit sie – wie Dr. Bernard Nathanson [11]  oder Abby Johnson [12]  – zu überzeugten Befürwortern des Lebensschutzes werden können.

Wir beten für unsere Nationen, ihre Lenker und Gesetzgeber, dass sie die Abtreibung als die größte Plage der Geschichte erkennen und Gesetze erlassen, die die Heiligkeit des menschlichen Lebens von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod bekräftigen.

Tun wir nur beten? Nein, wir handeln und laden alle ein, dasselbe zu tun – immer friedlich und legal. 

Als das Jesuskind geboren wurde, ließ Herodes alle Kinder unter 2 Jahren ermorden, um sicherzustellen, dass er den Messias tötete. Diese Episode ist als die Tötung der Unschuldigen Kinder (Mt 2,16-18) bekannt. Die Gottesmutter und der heilige Josef flohen mit dem Göttlichen Kind nach Ägypten. Wenn Sie damals gelebt hätten, würden Sie nicht auch versuchen, dieses Gemetzel zu stoppen?

Abtreibung ist ein neues Gemetzel an unschuldigen Kindern. Schaut nicht untätig zu! Mit den Worten der Heiligen Schrift appellieren wir an alle: Si quis est Domini, jungatur nobis! [13]  Ja, liebe Leser und Leserinnen, schließen Sie sich uns an!

Anmerkungen

[1] Abgeordnete für Aufnahme des Rechts auf Abtreibung in EU-Charta der Grundrechte, in: Aktuelles – Europäisches Parlament, Pressemitteilung vom 7.7.2022, https://www.europarl.europa.eu/news/de/press-room/20220701IPR34349/abgeordnete-fur-aufnahme-des-rechts-auf-abtreibung-in-eu-charta-der-grundrechte 

 [2] Roe v. Wade war eine Grundsatzentscheidung des Obersten Gerichtshofs der Vereinigten Staaten für das Recht auf Abtreibung aus dem Jahr 1973.

 [3] Abortion Statistics – United States Data and Trends. Reported Annual Abortions 1973–2019. The Consequences of Roe v. Wade: 63.459.781 Total abortions since 1973, http://www.nrlc.org/uploads/factsheets/FS01AbortionintheUS.pdf 

[4] Elizabeth Ann M. Johnson, M.D.: The Reality of Late-Term Abortion Procedures, in: Charlotte Lozier Institute, 20.1.2015, https://lozierinstitute.org/the-reality-of-late-term-abortion-procedures/ 

[5] Stenberg v. Carhart – Entscheidung des Obersten Gerichtshofes der USA aus dem Jahr 2000. Vgl. United States Conference of Catholic Bishops official website: The Door opens to Infanticide, in: United States Conference of Catholic Bishops, Washington D.C. 2000, https://www.usccb.org/issues-and-action/human-life-and-dignity/abortion/the-door-opens-to-infanticide 

[6] Adrienne Vogt / Aditi Sangal / Elise Hammond / Meg Wagner / Veronica Rocha: Roe v. Wade News, 24.6.2022: CNN correspondent maps out the 26 states that may ban abortions, https://edition.cnn.com/politics/live-news/roe-wade-abortion-supreme-court-ruling/h_b87240e507a05577640bf8bc216e8927 

 [7] Hella Camargo: Spanien: Für Belästigung vor Abtreibungskliniken droht nun bis zu einem Jahr Haft, in: h/pd – Humanistischer Pressedienst, 19.5.2022, https://hpd.de/artikel/spanien-fuer-belaestigung-abtreibungskliniken-droht-nun-einem-jahr-haft-20378

[8] Jonathan van Maren: Abortion backers celebrate after Northern Ireland passes buffer zone bill [Abtreibungsbefürworter feiern, nachdem Nordirland das Pufferzonengesetz verabschiedet hat], in: LifeSiteNews, 31.3.2022, https://www.lifesitenews.com/blogs/northern-ireland-passes-buffer-zone-law-at-abortion-clinics/ 

[9] Pavica Vojnovi?s: Gericht bestätigt Recht auf Meinungsäußerung um Abtreibungsorganisation, in: ADF – International, 21.3.2022, https://adfinternational.org/de/gericht-bestatigt-recht-auf-meinungsauserung-um-abtreibungsorganisation/ 

[10] Zweites Vatikanisches Konzil: Pastoralkonstitution Gaudium et spes über die Kirche in der Welt von heute, Nr. 51

[11] Bernard Nathanson (1926–2011) war ein US-amerikanischer Gynäkologe und Chefarzt einer der größten Abtreibungskliniken der USA, der sich für die Liberalisierung und Entkriminalisierung der Abtreibung einsetzte. Ende der 1970er Jahre bekam er zunehmend Zweifel an der moralischen Rechtfertigung von Abtreibungen, weshalb er immer weniger Abbrüche selbst durchführte. Eine per Ultraschall aufgenommene Abtreibung führte zu seiner endgültigen Ablehnung. Er wurde Lebensrechtsaktivist und Abtreibungsgegner. Internationale Bekanntheit erhielt er durch seinen Film The silent Scream („Der stumme Schrei“, 1984). 1996 konvertierte er zur römisch-katholischen Kirche.

[12] Abby Johnson (*1980) leitete bis Ende 2009 eine Abtreibungsklinik der Pro-Abtreibungsorganisation Planned Parenthood in Bryan (Texas) und setzte sich aktiv für eine liberale Abtreibungspraxis in den USA ein. Im Oktober 2009 assistierte sie bei einer Abtreibung, die mit Ultraschall kontrolliert wurde. Die schockierenden Bilder bewogen sie dazu, sich der Lebensrechtsbewegung anzuschließen. Planned Parenthood verklagte sie wegen Verletzung des Berufsgeheimnisses; sie wurde jedoch freigesprochen. Ihre Erfahrungen als Leiterin der Abtreibungsklinik und ihren Lebensweg schilderte sie in dem Buch Unplanned. Ostern 2011 konvertierte sie im Zuge ihrer neuen Haltung zur Abtreibung zur römisch-katholischen Kirche. 2019 erschien der Spielfilm Unplanned über ihre Lebensgeschichte.

 [13] „Ist einer für den Herrn, so schließe er sich uns an!“ (Ex 32,26)

Übersetzung aus dem Englischen: Christina Brock

Montag, 19. September 2022

Marsch für das Leben in Berlin mit 4000 Teilnehmern

 

Beispielbild von 2020 (Bild: © KNA/Gordon Welters)


Liebe Freunde des Lebens,

 

kurz möchte ich Ihnen einige Anmerkungen zum diesjährigen Marsch für das Leben am vergangenen Samstag (17. September 2022) zusenden.


Mit 4000 Teilnehmern (laut Pressemeldung von IDEA) erreichte der Marsch wieder das Niveau der Jahren vor Corona.

Obwohl viele Medien, Parteien und Organisationen eine ununterbrochene Hetze- und Verleumdungskampagne gegen das Lebensrecht führen, haben sich etliche prominenten Personen aus Kirche und Politik durch Stellungnahmen zum Marsch bekannt.

Drei katholische Bischöfe haben am Marsch persönlich teilgenommen: Erzbischof Heiner Koch (Berlin), Bischof Rudolf Voderholzer (Regensburg) und Weihbischof Thomas Maria Renz (Rottenburg-Stuttgart).

Die Abtreibungsaktivisten hatten dieses Jahr erhebliche Schwierigkeiten, ihre eigene Basis zu mobilisieren.

Das „Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung“, welches in der Vergangenheit die größten Gegenproteste organisierte, erhielt Unterstützung nur von nachrangingen Organisationen der Grünen, der SPD und der Linken.

Es ist gut möglich, dass Abtreibungspolitiker nicht mehr mit Abtreibungsaktivisten assoziiert werden möchten, die sich von Jahr zu Jahr radikalisieren, auch in ihren Forderungen.

Das Resultat waren wesentlich kleinere Gegendemonstrationen seitens der Abtreibungaktivisten.

Laut Informationen der taz nahmen 200 Personen an der Kundgebung des „Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung“ teil. Auch die Gegenproteste der Gruppe „What the fuck?“ wurden von nur 200 Personen (laut taz) unterstützt.

Die Gegendemonstrationen bestanden im Wesentlichen aus kleinen Gruppen, die Transparente mit absurden und vulgären Sprüchen trugen.

Bemerkenswert war auch die geringe Präsenz der Abtreibungsaktivisten in den Wochen und Monaten davor in den sozialen Netzwerken, vor allem Twitter.

Fazit: Nachdem der Abtreibungsaktivismus einige Jahre in Folge der Verurteilung der Abtreibungsärztin Christa Hänel wachsen konnte, sind nun deutliche Ermüdungserscheinungen zu beobachten – sowohl was Mobilisierung der eigenen Basis wie auch öffentliche Aufmerksamkeit betrifft.

Die Lügen und Verleumdungen der Abtreibungslobby wirken nicht mehr, zu absurd und falsch sind deren Argumente.

Ihr Radikalismus und ihr bizarrer Stil widern inzwischen wohl zu Viele an.

Wir müssen weiterhin für eine Kultur des Lebens, die das Recht auf Leben der ungeborenen Kinder achtet, aufbauen.


 

Mit freundlichen Grüßen

Pilar Herzogin von Oldenburg

 

Dienstag, 19. Juli 2022

Abtreibung

 


Prof. Dr. Werner Münch 

Jedes Jahr werden in Deutschland über 100.000 Kinder abgetrieben, das sind 14 Schulklassen täglich. Und niemand wehrt sich dagegen, auch nicht mehr die katholische Kirche. Wir achten auf den Schutz von Nichtrauchern und Kröten, auf Umwelt- und Verbraucherschutz, kümmern uns aber nicht um den Schutz für menschliches Leben. Wir diskutieren Überalterung und Demographieprobleme und besonders zynisch die schwache Geburtenrate in unserem Land, aber wir schweigen oder ermuntern sogar zur Tötung von Kindern im Mutterleib, der für die Kinder zum gefährlichsten Ort dieser Welt geworden ist.

Was ist das eigentlich für ein Staat, der durch die Solidargemeinschaft erst die Abtreibungs-Berater bezahlt, dann die Abtreibung selbst und schließlich die Versuche zur Beseitigung der körperlichen und seelischen Folgen bei vielen Frauen, die danach noch oft jahrelange Hilfe benötigen?

Wir appellieren lautstark an alle Verantwortlichen in Kirche und Gesellschaft: Zeigt Flagge im Kampf gegen die Abtreibung und werdet nicht müde, euch für das Lebensrecht der ungeborenen Kinder einzusetzen.

 

„Wir müssen für die Wahrheit kämpfen“, Prof. Dr. Werner Münch, Ministerpräsident a. D., Vortrag auf dem 12. Kongress „Freude am Glauben“ 2012, in Der Fels, November 2012, Eichendorfer Str. 17, D-86916 Kaufering. Redaktion: Hubert.Gindert@der–fels.de

Bild: R. Gindert


Kinderlachen macht auch Eltern glücklicher

 



Christiane Jurczik

Eine aktuelle Studie zeigt, dass Paare mit Kindern glücklicher sind als ohne. Auch verheiratete Menschen mit Kindern sind der Studie zufolge insgesamt glücklicher als solche ohne Kinder. Dieses Ergebnis ließ sich jedoch nur bei Elternteilen mit gemeinsamen leiblichen Kindern beobachten. Für Stiefkinder galt dies nicht.

84 Prozent der Eltern sehen hauptsächlich ihren Lebenssinn in und mit ihren Kindern zu leben.

In der vom National Bureau of Economic Research veröffentlichten Studie analysierten Forscher Daten aus Umfragen von mehr als einer Million europäischen Erwachsenen, die zwischen 2009 und 2018 durchgeführt wurden. Die Befragten wurden gebeten, ihre Lebenszufriedenheit auf einer Skala von eins bis vier einzustufen. Der Durchschnitt lag bei 2,93.

Leider ist das in der heutigen Zeit nicht mehr bedingungslos zu verstehen. Eltern mit Kindern sind nur dann glücklicher, wenn sie auch über ein bestimmtes Einkommen verfügen. Ein weiteres Ergebnis war, dass Kinder mit zunehmendem Alter der Eltern immer mehr zur Belastung werden. So waren Eltern unter 45 glücklicher als ältere Eltern.

Auch die Schwierigkeiten, die Kinder mit sich bringen, wenn man die berufliche oder wohnliche Situation berücksichtigt ist nicht außer Acht zu lassen. Nicht selten stehen in den Wohnungsanzeigen: ohne Kinder, oder: maximal 2 Kinder – soll das ein Witz sein? Das nenne ich Diskriminierung! So haben es Eltern in unserer immer kinderfeindlicheren Gesellschaft immer schwerer und der Wunsch nach Familie weicht dem Kriterium der Angst – vor Armut und/oder Arbeitslosigkeit.

Fazit: Ein Hoch auf die Mutigen, die wissen, dass Glück nicht von einem dicken Bankkonto oder erfolgreicher Karriere abhängig ist. Das Glück das Kinder bedeuten ist von anderer Natur – ich würde sagen, es ist von Gott gegeben. Schlecht zu beschreiben weil eben diese Gefühle so überwältigend und Einzigartig sind, dass sie in keinem Duden Platz haben. Sie passen in kein Buch oder in eine Statistik. Sie werden mit der Geburt in die Herzen der Eltern getragen.

Wer also wirklich eine Antwort auf die Lebenszufriedenheit mit Kindern wissen möchte, sollte in einem Altenheim nachfragen. Wer glaubt, dass Kinder nicht glücklich machen, sollte die Bewohner fragen, die dort ohne Nachkommen sterben werden. Und die niemals Besuch bekommen. Wer glaubt, dass dort die Mehrheit sagen würde: Ich hätte ein besseres Leben ohne Kinder gehabt?

„Das Glück des Lebens besteht nicht darin, wenig oder keine Schwierigkeiten zu haben, sondern sie alle siegreich und glorreich zu überwinden“. Carl Hilty (1833-1909).

 

Quelle: https://aktion-sos-leben.blogspot.com/  am 28.4.22


Montag, 4. Juli 2022

Statistikamt: 4,8 % mehr Schwangerschaftsabbrüche im 1. Quartal 2022 als im Vorjahresquartal

PM Statistisches Bundesamt, Wiesbaden) - Im 1. Quartal 2022 wurden rund 25 800 Schwangerschaftsabbrüche in Deutschland gemeldet. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, nahm die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche im 1. Quartal 2022 gegenüber dem 1. Quartal 2021 um 4,8 % zu. Zuvor war die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche seit dem 2. Quartal 2020 zurückgegangen. Insgesamt war die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche im Jahr 2021 um 5,4 % niedriger als im Vorjahr und im Jahr 2020 um 0,9 % niedriger als 2019. Ob und wie diese Entwicklung mit dem Verlauf der Corona-Pandemie zusammenhängt, ist anhand der Daten nicht eindeutig bewertbar.

70 % der Frauen, die im 1. Quartal 2022 einen Schwangerschaftsabbruch durchführen ließen, waren zwischen 18 und 34 Jahre alt, 19 % zwischen 35 und 39 Jahre. 8 % der Frauen waren 40 Jahre und älter, 3 % waren jünger als 18 Jahre. Rund 41 % der Frauen hatten vor dem Schwangerschaftsabbruch noch kein Kind zur Welt gebracht.

96 % der gemeldeten Schwangerschaftsabbrüche wurden nach der Beratungsregelung vorgenommen. Eine Indikation aus medizinischen Gründen oder aufgrund von Sexualdelikten war in den übrigen 4 % der Fälle die Begründung für den Abbruch. Die meisten Schwangerschaftsabbrüche (51 %) wurden mit der Absaugmethode durchgeführt, bei 35 % wurde das Mittel Mifegyne® verwendet. Die Eingriffe erfolgten überwiegend ambulant, davon 83 % in Arztpraxen beziehungsweise OP-Zentren und 15 % ambulant in Krankenhäusern.

Zuerst veröffentlicht in https://aktion-sos-leben.blogspot.com/ am 30.6.22