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Sonntag, 18. August 2019

Abtreibung als Mittel der Verhütung

Bischof Algermissen, Fulda
Als Mann der Kirche muss ich das zur Sprache bringen. Das Gesetz, vor zehn Jahren vom Bundestag beschlossen, hat sein Ziel, das menschliche Leben an seinem Anfang besser zu schützen, verfehlt. Die Zahl der Abtreibungen liegt nach wie vor bei 130 000. Fatalerweise hat sich durch die Formulierung „rechtswidrig“, aber „straffrei“ der Irrglaube durchgesetzt, dass Abtreibung sozusagen ein legales Mittel der Schwangerschaftsverhütung sei. Auch wenn der neue Bundestag kaum die Kraft haben wird, etwas zu ändern, möchte ich die Politiker doch daran erinnern, dass vor zehn Jahren mitbeschlossen wurde, nach geraumer Zeit die Regelung zu überprüfen und notfalls zu korrigieren. Diesen Notfall haben wir.
(Bischof Algermissen, 2005)


Freitag, 16. März 2018

Bevölkerungskontrolle



Aber nicht nur der Krieg zerstört den Frieden.
Jedes Vergehen gegen das Leben ist ein Attentat auf den Frieden, besonders wenn dabei die Sitten des Volkes verletzt werden, wie dies heute häufig durch die furchtbare und zuweilen vom Gesetz geregelte Leichtfertigkeit geschieht, mit der das ungeborene Leben durch die Abtreibung ausgelöscht wird. 
Man pflegt zugunsten der Abtreibung folgende Gründe zu nennen: die Abtreibung soll die bedrohliche Vermehrung der Bevölkerung eindämmen, sie soll Lebewesen beseitigen, die verunstaltet leben müssten, in sozialer Diskriminierung oder in proletarischem Elend und so fort. Die Abtreibung scheint also eher dem Frieden zu nützen, als ihm zu schaden. Aber so ist es gerade nicht! Die Tötung eines menschlichen Lebewesens, sei es vor der Geburt, sei es danach, verletzt in erster Linie das unantastbare Moralprinzip, auf das sich die Auffassung von der menschlichen Existenz immer beziehen muss: Das Leben des Menschen ist unantastbar und heilig vom ersten Augenblick seines natürlichen Lebens an in der Zeit. Es ist heilig. Was bedeutet das? Das heißt, dass dieses Leben jeglicher willkürlichen Macht der Zerstörung entzogen ist; es ist unantastbar und so wertvoll, dass es alle Hochschätzung, alle Pflege und jedes auch große Opfer verdient. Dieser Sinn für den heiligen, das heißt für den unantastbaren, unverletzbaren Wert eines menschlichen Lebens ist für den, der an Gott glaubt, spontan und instinktiv gegeben; er ist verpflichtend aufgrund des transzendenten Gesetzes Gottes. Aber auch für denjenigen, der nicht das Glück hat, Gottes schützende und richtende Hand über jedem Menschenleben anerkennen zu können, ist dieser Sinn notwendigerweise als intuitive Einsicht in die menschliche Würde gegeben. Das wissen und empfinden auch diejenigen, die das Unglück gehabt haben, mit der damit verbundenen unerbittlichen Schuld und den immer wiederkehrenden Gewissensbissen willentlich ein Leben ausgelöscht haben. Die Stimme des unschuldigen Blutes schreit im Herzen des Mörders mit schriller Eindringlichkeit. Innerer Friede ist nicht möglich auf dem Wege egoistischer Spitzfindigkeiten!

Paul VI. Botschaft zum Weltfriedenstag 1977 v. 8.12.76

Donnerstag, 1. März 2018

Beten, Handeln und Warten


Immer raffinierter und anonymer werden die Methoden der Vernichtung ungeborener Kinder. Das Pestizid Mifegyne eliminiert Kinder in grausamer Weise, ohne dass dies jemand mitkriegt, in aller Anonymität und Stille — es bleibe keine Reste von ihnen übrig, ihr Tod ist komplett, auch in der Erinnerung.

Die Abtreibungspille Mifegyne

Das ist die Mentalität der Abtreibungsgesellschaft, in der wir leben. Doch in ihr gibt es auch die Stimme derjenigen, die sich nicht öffentlich töten lassen, sondern ihre Stimme erheben, um zu sagen: Ihr tötet unschuldige Menschen!

Diese Auseinandersetzung, der Kampf für das Leben in der heutigen Abtreibungsgesellschaft, wird vor den Augen Gottes ausgetragen. Seine Entscheidung, wen oder was Er am Ende gewinnen lässt, steht schon fest: Das Leben. Die Lebensrechtler sind zwar Protagonisten dieses Kampfes, aber nicht die Regisseure. Wie der Sieg schließlich kommen wird, wie sich die Kultur des Lebens gegenüber der „Un-Kultur des Todes“ durchsetzen wird, wissen wir nicht und dies liegt letztendlich nicht in unseren Händen. In unseren Händen liegen bloß das Beten, der aktive Einsatz für das Leben und das geduldige Warten auf den Sieg des Guten über das Böse und auf die Rettung der Ungeborenen. 

(„Der Kampf ums Leben“, Mathias von Gersdorff, DVCK e.V., 2012)

Dienstag, 5. April 2016

Die ersten Schritte


Die ersten Schritte

Zu sehen ist ein ärmlicher Raum in einem italienischen Haus. Der Verputz an den Wänden blättert ab, der Besen lehnt an einem brüchigen Sessel, ein Ölpapier ersetzt eine Fensterscheibe und der Steinboden hat tiefe Fugen.

Die Mutter, die auf einer Truhe unter dem Fenster sitzt, streckt ihrem Kind, das versucht, die ersten Schritte zu tun, die Hand entgegen. Die ältere Schwester bietet dem kleinen Mädchen einen Finger an, damit es sich halten kann. Das Kindchen auf wackeligen Beinen, mit offenem Mund und freudestrahlendem Gesicht hat seine Augen auf sein Ziel gerichtet, um zu jener hinzukommen, die sie ruft, sich in ihre Arme zu werfen und Zärtlichkeiten auszutauschen.

Der Gesichtsausdruck und die liebevoll ausgestreckten Hände der Mutter lassen die einzigartige und wunderbare Verbindung erkennen, die eine gute Familie zusammenhält. Nichts kann die mütterliche Liebe ersetzen, die es dem Kind ermöglicht, in Geborgenheit heranzuwachsen.


Gaetano Chierici (1838-1920) Die ersten Schritte (1876) – Private Collection Odon Wagner Gallery, Toronto, Kanada / The Bridgeman Art Library

Donnerstag, 11. Juni 2015

Die Ungeborenen nicht übersehen


„Wir dürfen die Ungeborenen nicht übersehen. Eine Gesellschaft, die die Schwächsten übersieht, wird auf Dauer keine Zukunft haben.“

Das betont der Kärntner Bischof Alois Schwarz in einem Interview im Kärntner „Sonntag“.
Bischof Schwarz bekräftigte die Kritik der katholischen Kirche am geplanten Fortpflanzungsmedizingesetz:

„Ich habe ein Problem damit, wenn es heißt:  ein Recht auf das Kind mit allen Mitteln. Nicht alle Mittel dürfen erlaubt sein.“

Letztlich gehe es um das Recht des Kindes zu wissen, wer Vater und Mutter sind. Die Soziale und die leibliche Mutterschaft zu trennen, führe zu fatalen Folgen, warnte der Bischof.

Quelle: „Nie wieder“ in „Der l3.“ - Januar 2015


Montag, 4. Mai 2015

Das Jammern über die demographische Katastrophe

Im scharfen Kontrast zur Lebensfeindlichkeit steht das permanente Jammern unserer Politiker über die demographische Katastrophe. Skandalös seitens der Volksvertreter ist die Verweigerung, einen Zusammenhang zwischen der demographischen Situation und der Abtreibung zu sehen. Nicht nur, dass genau die Kinder fehlen, die abgetrieben werden. Allein das sollte Argument genug sein, um Maßnahmen gegen die Kindestötung vorzugehen. Doch ein Zusammenhang zwischen Demographie und Abtreibung besteht auch darin, dass die Abtreibungsgesetzgebung und die fast unwidersprochene Antilebenspolitik der Abtreibungslobby die Mentalitäten der Menschen verändern. Für viele ist es eben nicht mehr anstrebenswert, Kinder zu haben. Für immer mehr Menschen ist es auch nicht mehr selbstverständlich, dass ein gezeugtes Kind überhaupt zur Welt kommt. Selbstverständlich wird die Abtreibung für immer mehr Menschen zunehmend als Verhütungsmittel verwendet: Wenn man schwanger ist, überlegt man, ob man das Kind überhaupt haben will oder nicht. Eine Selbstverständlichkeit ist für viele gar nicht mehr gegeben.


Sonntag, 8. März 2015

„Solidarisch für das Leben“


Botschaft der Italienischen Bischofskonferenz für den 37. Nationalen Tag des Lebens am 1. Februar 2015

„Kinder und Senioren bilden die Zukunft der Völker: Kinder, weil sie die Geschichte voranbringen, Senioren, weil sie Träger von Lebenserfahrung und -weisheit sind.“

Diese Worte von Papst Franziskus (1) spornen zu einer erneuerten Anerkennung des menschlichen Individuums und zu einer besseren Obhut von dessen Leben an, von der Empfängnis bis zu seinem natürlichen Ende. Sie stellen eine Einladung dar, Diener dessen zu werden, „was in der Schwäche gepflanzt wurde“ (1 Cor. 15,43), also der Kinder und der Senioren, sowie darüber hinaus eines jeden Mannes und einer jeden Frau, für welche das grundlegende Recht auf das Leben anerkannt und garantiert werden muss.(2)

Wenn eine Familie ein neues Lebewesen in ihren Kreis aufnimmt, erfährt sie „die revolutionäre Kraft der Zärtlichkeit“ im Fleische ihres Kindes (3), worauf in ihrem Hause ein neues Licht erstrahlt, welches nicht nur ihr selbst, sondern der gesamten Gesellschaft zugute kommt.

Der besorgniserregende demographische Niedergang unserer Zeit verweist darauf, dass wir am Mangel dieses Lichtes leiden — der Geburtenmangel wird nämlich katastrophale Folgen für die Zukunft mit sich bringen: die Kinder, welche heutzutage geboren werden — es sind immer weniger an der Zahl  werden so etwas wie die Spitze einer umgedrehten Sozialpyramide darstellen, weil sie die erdrückende Last der vorhergehenden Generationen zu tragen haben werden. Aus diesem Grunde drängen sich einem folgende Fragen auf: welche Welt werden wir unseren Kindern hinterlassen? Aber auch: welchen Kindern hinterlassen wir unsere Welt?

Das traurige Phänomen der Abtreibung stellt einen der Gründe für diese Situation dar: dadurch werden jedes Jahr mehr als 100.000 menschliche Wesen daran gehindert (4), das Licht der Welt zu erblicken und somit einen wertvollen Beitrag zur italienischen Gesellschaft zu leisten.

Darüber hinaus darf man nicht vergessen, dass die Praxis der künstlichen Befruchtung — die das Recht auf ein Kind um jeden Preis verfolgt — in ihrer Vorgehensweise einen beträchtlichen Verlust an befruchteten Eizellen zur Folge hat, also an Menschen, die niemals geboren werden.

Der Wunsch, ein Kind zu bekommen, ist edel und großartig: er ist wie Hefe, die unsere Gesellschaft aufgehen lässt, eine Gesellschaft, die von einer „Kultur des betäubenden Wohlstandes“ (5) und einer scheinbar nie endend wollenden Wirtschaftskrise geprägt ist. Unsere Nation darf sich ihre Fruchtbarkeit nicht nehmen lassen.

Es stellt eine notwendige Investition in die Zukunft dar, diesen Wunsch zu erfüllen, der in vielen Frauen und Männern vorhanden ist. Damit er nicht zu einer Forderung entartet, muss man sein Herz aber auch für die vielen bereits geborenen Kinder öffnen, die verlassen und verwahrlost dastehen. Man sollte die Praxis der Adoption und der Pflege erleichtern, die heutzutage aufgrund hoher Kosten, bürokratischer Auflagen und manchmal auch bitterer Einsamkeit noch viel zu problematisch ist. Oft handelt es sich um Paare, die aufgrund von biologischer Sterilität dazu bereit sind, „eine Familie für jemand zu werden der keine Familie hat“ und dabei die Erfahrung machen, „wie eng die Türe und wie schmal der Weg ist, der zum Leben führt“ (Mt 7,14).

Die Solidarität gegenüber dem Leben kann sich außer durch diesen Weg auch durch die lobenswerten Aktivitäten vieler Vereinigungen ausdrücken, auch auf neuartige Art und Weise, etwa in Form einer Familie, die eine andere Familie adoptiert. Es können Formen menschlicher Nähe entstehen, wie wenn beispielsweise eine schwangere Frau eine Familie oder eine Gruppe von Familien findet, die sich ihrer und ihres Kindes annehmen, wodurch eine Abtreibung vermieden werden kann, an die sie sonst vielleicht — auch gegen ihren eigentlichen Willen — denken würde.

Eine Entscheidung der Solidarität gegenüber dem Leben, welche — auch angesichts der neuen Migrationsflüsse — eine wirkungsvolle Antwort auf jenen Ausruf darstellt, der seit Anbeginn der Menschheit zu hören ist: „wo ist dein Bruder?“ (vgl. Gen 4,9).

Dieser Ausruf wird zu oft erstickt, weil wir — so Papst Franziskus — in unserer globalisierten Welt einer „globalisierten Gleichgültigkeit“ anheimgefallen sind: „wir haben uns an das Leiden des Anderen gewöhnt, es geht uns nichts an, es interessiert uns nicht, es ist nicht unsere Angelegenheit“.(6)

Die Kreativität der Liebe kann uns dabei helfen, dieser Sackgasse zu entkommen und einen neuen Humanismus einzuläuten: „Indem er seine Menschlichkeit bis auf ihren Grund lebt (...) verbessert sich der Christ und befruchtet die Saat.“(7)

Der Aufbau eines solchen neuen Humanismus stellt eine wahre Herausforderung dar; sie beginnt mit einem Bekenntnis zum Leben.

(1) Papst Franziskus, 28. Weltjugendtag.
(2) Papst Franziskus, an die katholischen Ärzte 20.9.2013
(3) Papst Franziskus, Evangelii gaudium, 288.
(4) Bericht des Ministers für Gesundheit (Italien) 13.9.2013
(5) Papst Franziskus, Evangelii gaudium, 54.
(6) Papst Franziskus, Besuch in Lampedusa. 8.7.2013
(7) Papst Franziskus, Evangelii gaudium, 75.


(aus LEBE Januar/März 2015, Meran)

Donnerstag, 12. Februar 2015

Massentötung in der Demokratie

Jeden Tag, jede Stunde seit 35-40 Jahren fallen hunderte, ja tausende Kinder dem abscheulichen Verbrechen der Staatstötung zum Opfer. Eine Massentötung, die mit dem Schutz des staatlichen Gesetzes erfolgt und die politisch oder rassisch motivierten Morde durch die blutigen Ideologien des Nationalsozialismus und des Kommunismus des 20. Jahrhunderts längst in den Schatten stellt. Ideologien, die für ihr Morden nie wagten, das Gesetz zu bemühen. Diese Perversion staatlich lizenzierten Tötens blieb der Demokratie, der „Besten aller Regierungsformen“, vorbehalten. 
(Giuseppe Nardi, Rom)

Mittwoch, 3. Dezember 2014

Risiken für Frühgeborene nehmen zu


Immer ältere Mütter, Zwillinge oder Drillinge nach künstlichen Befruchtungen und Wohlstandskrankheiten wie Übergewicht erhöhen das Risiko für Frühgeburten in Deutschland. Die Rate liege bei rund neun Prozent aller Geburten, teilte die Deutsche Gesellschaft für Kinderchirurgie mit. 
Damit ist sie in den vergangenen Jahren nicht gesunken und liege nach Angaben der Gesellschaft international nur im Mittelfeld. 
Vor rund 40 Jahren starben jedes Jahr etwa 12.000 Babys in Deutschland in ersten Lebenswochen oder Monaten, berichtet Gerhard Jorch, Direktor der Universitätskinderklinik Magdeburg. Heute seien es nur noch 2200. Mehr als die Hälfte von ihnen sind zu früh geborene Kinder. 
Ein neuer gesellschaftlicher Trend könnte diese Statistik auf lange Sicht beeinflussen: Es gibt immer mehr ältere Mütter, mehr Zwillings- und Drillingsschwangerschaften nach künstlichen Befruchtungen und auch mehr Wohlstandskrankheiten wie Übergewicht. Das alles erhöht auch das Risiko für Frühgeburten. 2013 gab es rund 63.000 in Deutschland.
Quelle: DIE WELT, 15.11.2014

Samstag, 19. Juli 2014

Werte verteidigen

„Wenn die Gesellschaft sich entschließen würde, ihre schutzbedürftigsten Mitglieder auszusortieren, Menschen vom Menschsein auszuschließen, verhielte sie sich zutiefst inhuman und auch unwahrhaftig angesichts der für jeden Menschen guten Willens einsichtigen Gleichheit der Würde aller Menschen in allen Lebensstadien. 
Wenn der Heilige Stuhl in Grundfragen der Menschenwürde, wie sie sich heute in vielen Bereichen der pränatalen Existenz des Menschen stellen, in den Bereich der Gesetzgebung hineinspricht, so tut er es nicht, um den Glauben indirekt anderen aufzuzwingen, sondern um Werte zu verteidigen, die als Wahrheiten des Menschseins grundsätzlich für alle einsichtig sind, auch wenn Interessen verschiedener Art diese Einsichtigkeit vielfach zu verdunkeln suchen.“

(Aus der Ansprache des Papstes Benedikt XVI. bei der Akkreditierung des neuen Botschafters der Bundesrepublik Deutschland im Vatikan, Reinhard Schweppe am 8. November 2011)

Montag, 16. Juni 2014

Ergebnis der Gleichstellung von Mann und Frau

Angesichts von etwa 40 Millionen Alkoholikern, von einem durch Gewalt, Terror und Kriminalität heimgesuchten und zerfallenen Land,  schrieb Gorbatschow:
»Wir haben erkannt, dass viele unserer Probleme im Verhalten vieler Kinder und Jugendlicher – in unserer Moral, der Kultur und der Produktion – zum großen Teil durch die Lockerung familiärer Bindungen  und die Vernachlässigung der familiären Verantwortung verursacht werden. Dies ist ein paradoxes Ergebnis unseres ernsthaften und politisch gerechtfertigten Wunsches, die Frau dem Mann in allen Bereichen gleichzustellen.«
In Russland gibt es aufgrund dieser Einsichten, welche die heutigen Politiker Putin und Medwedjew teilen, heute so gut wie keine Krippen mehr, das Land zahlt großzügige Familienleistungen und ermuntert durch regelmäßige Geldzuwendungen die Frauen, zuhause bei ihrem Nachwuchs zu bleiben.  (Eva Hermann 2010)


Freitag, 6. Juni 2014

Gebet, Einsatz, geduldiges Warten


Die Auseinandersetzung, der Kampf für das Leben in der heutigen Abtreibungsgesellschaft, wird vor den Augen Gottes ausgetragen. Seine Entscheidung, wen oder was Er am Ende gewinnen lässt, steht schon fest: Das Leben. Die Lebensrechtler sind zwar Protagonisten dieses Kampfes, aber nicht die Regisseure. Wie der Sieg schließlich kommen wird, wie sich die Kultur des Lebens gegenüber der „Un-Kultur des Todes“ durchsetzen wird, wissen wir nicht und dies liegt letztendlich nicht in unseren Händen. In unseren Händen liegen bloß das Beten, der aktive Einsatz für das Leben und das geduldige Warten auf den Sieg des Guten über das Böse und auf die Rettung der Ungeborenen.


(Aus „Der Kampf ums Leben“, Mathias von Gersdorff, 2012)

Donnerstag, 5. Juni 2014

Zeitalter des Todes

Wir leben in einem Zeitalter eines übertriebenen Nihilismus, einem Zeitalter des Todes; einer Zeit, für die folgendes gilt – wie der Schriftsteller Walter Percy feststellte: "Mitleid führt zur Gaskammer", oder zur Abtreibungsklinik oder in die Praxis des Euthanisten.
Wir leben in einem Zeitalter, in dem wir die Person immer höher definieren, so dass immer weniger von uns  wirklich emporgelangen, in einer Zeit, in der wir moralische Werte praktische aufgeben, so dass wir Menschen wie Dinge behandeln können – und die Abtreibung, freilich, hat uns dazu geholfen, dies zu erlernen; weiters ist es eine Zeit, in der die Säulen der Sicherheit gesprengt werden – Kirchen, Schulen, politische Institutionen – so dass alles, einschließlich ihr Leben, mein Freund, zur Diskussion steht… Die systematische Erstickung von Autorität und die hoffnungslose Verbannung normativer Ethik. Wie erfreulich und endlos ist doch unsere Auswahl! – Zu töten, zu sterben, zu gebrauchen bis nicht mehr brauchbar, alles ohne jemals verurteilt zu werden, auch nicht von unserem Selbst. Es ist so wie Alisdair MacIntyre es so treffend ausgedrückt hat: Die Barbaren warten nicht jenseits der Grenze, sie regieren uns bereits seit einiger Zeit.

(Dr. Bernard Nathanson in "Die Hand Gottes")

Mittwoch, 4. Juni 2014

Widerspruch


Wir schützen heute die Natur,
die Bäume, Schweine, Kröten:
man soll die arme Kreatur
nicht quälen und nicht töten!
Kindern im Werden gilt das nicht;
was einem unwert, schützt man nicht.

Man will „es“ nicht, man „macht es weg“,
sagt: „aus sozialen Gründen“.
Ein Playboy nennt 'nen andern Zweck:
„Mein Schatz, lass es verschwinden!
Dann stört es uns doch weiter nicht!“
Nein, „das“ im Dunkeln liebt er nicht.

Dreihunderttausend jedes Jahr,
die nicht das Licht erblicken
und die wir lieber kurzerhand
in Abfall-Eimer schicken.
Ja, glaubt ihr's oder glaubt ihr's nicht?
Dreihunderttausend zählen nicht!

Einst schreckte uns der „Holocaust“,
sein schlimmes Wahnsinnstöten!
Wie kommt es, dass uns jetzt nicht graust?
Was lässt uns nicht erröten?
Nein, dieses Morden stört uns nicht,
denn Ungebor'ne zählen nicht.

Nur einer zählt sie liebevoll,
und der lässt sich nicht spotten;
er will es nicht, er lässt nicht zu,
dass wir die Welt entgotten.
Beizeiten hält er sein Gericht
- wir allesamt entgeh'n ihm nicht.

G. Siedenschnur

Dienstag, 3. Juni 2014

Spirale des Schweigens


Dr. Werner Neuer,Dozent am theologischen
 Seminar St. Chrischona
(livenet.de)
Zur Legalisierung der Verbrechen gegen das menschliche Leben gesellt sich also eine „Spirale des Schweigens“, die sich mit den Menschen verachtenden Verhältnissen abgefunden hat und darauf verzichtet, mit Nachdruck, Beharrlichkeit und Engagement auf eine Änderung der Situation hinzuwirken bzw. auf eine Wiederherstellung des vollen Rechtsschutzes für das menschliche Leben von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod zu bestehen.

(Dr. Werner Neuer, "Bausteine für eine Ethik des Lebens" in "Medizin und Ideologie" 1/2011)

Samstag, 31. Mai 2014

Eine menschliche Gesellschaft


„Heute stehen erneut Grundwerte des Menschseins zur Debatte, in denen es um die Würde des Menschen als Menschen geht. Hier sieht die Kirche über den Raum ihres Glaubens hinaus eine Pflicht, im Ganzen unserer Gesellschaft für die Wahrheiten und Werte einzutreten, bei denen die Menschenwürde als solche auf dem Spiel steht. 
So kommt uns – um einen besonders wichtigen Punkt anzusprechen – keinerlei Urteil darüber zu, ob ein Individuum „schon Mensch“ oder „noch Mensch“ ist - und ebenso wenig steht uns zu, den Menschen zu manipulieren und sozusagen machen zu wollen.
Eine Gesellschaft ist nur dann wahrhaft menschlich, wenn sie die Würde jeder Person von der Zeugung bis zum natürlichen Tod respektiert und uneingeschränkt schützt.“

(Aus der Ansprache des Papstes bei der Akkreditierung des neuen Botschafters der Bundesrepublik Deutschland im Vatikan, Reinhard Schweppe am 8. November 2011)

Donnerstag, 29. Mai 2014

Kinder werden getötet, weil sie nerven


Kinder werden getötet, weil sie nerven. Doch das menschliche Gewissen kann mit dieser schlichten Wahrheit nicht leben, und so sehen wir seitens der Ideologen des radikalen Feminismus' den Versuch, Gedankensysteme aufzubauen, um ihre Taten zu rechtfertigen, und zwar mittels abstruser Ideologien, welche die elementaren Wahrheiten des Menschen und des Menschseins verkennen. Andere gehen lieber den Weg der Verdrängung und versuchen, das getötete Kind weg zu abstrahieren.

All dies sind Symptome einer Gesellschaft, die aus den Fugen geraten ist, die keine Orientierung hat und nicht mehr weiß, woher sie kommt und wohin sie sich bewegen wil1.
 (Aus „Der Kampf ums Leben“, Mathias von Gersdorff, 2012)