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Samstag, 19. Januar 2019

Der Traum vom perfekten Kind



Sandra Kegel
Wohin führt das Wissen über die Gesundheit des Embryos?
Immer häufiger kommt die Gentechnik in der vorgeburtlichen Diagnostik (PID) zum Einsatz. Und stellt Eltern vor riesige Konflikte: Das Wissen über die Gesundheit des ungeborenen Kindes wird zu einer Frage von Leben oder Tod.
Mithilfe des sogenannten Praena-Tests können heute schon
in einem sehr frühen Stadium der Schwangerschaft
Körperzellen des ungeborenen Babys aus dem Blut
der Mutter rausgefiltert und auf Trisomien untersucht werden

Foto: Fotolia
Man sollte Fragen besser nicht stellen, deren Antworten man nicht erträgt. Eine schwangere Mutter hat sich deshalb bewusst gegen die Möglichkeiten der pränatalen Diagnostik entschieden. Sie will weder eine Fruchtwasseruntersuchung machen lassen, um Auskünfte über die Gesundheit ihres ungeborenen Kindes einzuholen, noch an einem Bluttest teilnehmen, der Schwangeren neuerdings angeboten wird, um genetische Defekte am Embryo frühzeitig zu erkennen. Die Mutter würde das Kind auch bekommen, wenn es krank wäre, sagt sie, deshalb sei die Information für sie uninteressant. Jeder, der heutzutage ein Kind erwartet, muss diese schwerwiegende Entscheidung für sich treffen. Wie viel will, wie viel darf ich wissen über das Leben, das da im Bauch einer Mutter wächst? Denn seit die Gentechnik immer häufiger in der vorgeburtlichen Diagnostik zum Einsatz kommt, stehen Eltern vor riesigen Konflikten. Sie müssen nämlich Entscheidungen treffen, die sich früher gar nicht stellten. Da waren Frauen guter Hoffnung - guter Hoffnung eben, dass das Kind gesund sein möge.
Erst der Anfang
Der neue Bluttest, der Eltern heute für rund tausend Euro angeboten wird, erteilt Auskunft vor allem über Trisomie 21, also darüber, ob das Kind an Down Syndrom leiden wird. Schon früher wurde dies mittels einer Fruchtwasseruntersuchung geprüft. Doch weil der Eingriff eine gewisse Gefahr für das ungeborene Leben darstellte, schreckten viele davor zurück. Der neue Test, der nur das Blut der Mutter untersucht ist hingegen harmlos. Nur die Informationen, die er preisgibt, die haben es in sich. Denn das Wissen über die Gesundheit des ungeborenen Kindes kann schnell zu einer Frage von Leben oder Tod werden. Und der Traum vom perfekten Kind zum Albtraum.
Dabei machen sich viele Eltern nicht klar, dass die Diagnostik ihre Sorgen nicht löst, sondern auslöst. Denn genetische Abweichungen wie das Down Syndrom kann man nicht heilen. Deshalb geht es hier, wenn man tatsächlich einen Befund hat, vor allem um die Frage eines Schwangerschaftsabbruchs. Die Zahlen hierüber sind eindeutig: Einmal entdeckt, werden neunzig Prozent aller Föten mit Trisomie 21 abgetrieben. Vor dieser „Art Screening“ für das Down-Syndrom warnen deshalb die Humangenetiker.


Dokumentation auf DVD
DER TRAUM VOM PERFEKTEN KIND
Patrick Hünerfelds Dokumentation ist als DVD im Wissens-Verlag erschienen und kostet 14,95 Euro
Die Dokumentation, die vor einiger Zeit in der ARD-Reihe „die story“ zu sehen war, ist jetzt als DVD erschienen. Werdende Eltern kommen ebenso zu Wort wie Pränatalmediziner und Betroffene. Juliana Götze und ihre Kollegen vom integrativen Theater RambaZamba in Berlin zum Beispiel empfinden den neuen Bluttest als Angriff auf das Lebensrecht von Menschen. „Jeder ist normal ein Mensch“, sagt Juliana Götze, "und man fühlt sich auch wie ein normaler Mensch". Für die Regisseurin Giesela Höhne, die selbst einen Sohn mit Down Syndrom hat, ist dies eine der schlimmsten Situationen, die sie sich überhaupt vorstellen kann: "Dass gerade diese Menschen, die 50 freundlich und auch 50 offen anderen Menschen gegenüber sind, und so witzig, dass gerade die nicht mehr existieren sollen. Die Welt ist so viel ärmer ohne diese Menschen. Ich finde es wirklich eine richtige Tragödie, dass diese Menschen, ich sage es wirklich so: ausgerottet werden sollen.“

Quelle: „Lebe“ – Zeitschrift der Bewegung für das Leben – Meran, Südtirol, Ausgabe 122, März-April 2015, S. 18.

Link zur Video-dokumentation auf Youtube 

Bei Amazon für € 14,98 hier ansehen

Bild in https://www.praxisvita.de/der-traum-vom-perfekten-kind-3898.html

Mittwoch, 11. Februar 2015

Behindertenfeindlich: CDU-Politiker Hüppe kritisiert vorgeburtlichen Praena-Test


Hubert Hüppe
(Junge Freiheit) Scharfe Kritik haben Lebensrechtler an einer möglicherweise bevorstehenden Kostenübernahme des sog. Praena-Tests durch die gesetzlichen Krankenkassen geübt. Bei diesem Test kann im Blut der Schwangerenfestgestellt werden, ob ihr ungeborenes Kind möglicherweise einen Gendefekt (Trisomie 21 bzw. Down-Syndrom) aufweist.

Dieser Bluttest „dient keiner Therapie, sondern der Selektion von Menschen mit Trisomie 21“, stellte der Bundestagsabgeordnete und stellv. Bundesvorsitzender der CDL (Christdemokraten für das Leben), Hubert Hüppe (CDU), fest. Damit, so der frühere Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, würden Menschen mit Down-Syndrom diskriminiert.
Viele behinderte Kinder werden abgetrieben

Hüppe verweist in diesem Zusammenhang darauf, daß in Ländern, in denen dieser Bluttest bereits eingeführt wurde, bei über 90 Prozent der identifizierten Kinder mit Down-Syndrom eine Abtreibung stattfinde.

Daher dürfe der Test weder von Krankenkassen noch aus öffentlichen Mitteln gefördert werden.

Laut Recherchen der Wochenzeitung Die Zeit soll noch in diesem Jahr eine Studie zur Überprüfung der Bluttest-Methode beginnen. Sie könnte die bisherige, wesentlich risikoreichere Fruchtwasseruntersuchung ablösen und dann von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt werden.


Lebensrechtler und Kirchenvertreter befürchten, daß dann weitaus mehr Frauen diesen Test durchführen lassen und sich dadurch bei entsprechendem Ergebnis für eine Abtreibung entscheiden.

(in Kultur und Medien Online 10.02.15)

Mittwoch, 25. Juni 2014

Pränatale Diagnostik

Wenn die Schwangerschaft zum Nervenkrieg wird


Achtung: Falscher Alarm!

Die Bluttests zum Aufspüren von Chromosomenveränderungen gelten zu mehr als 99 Prozent als zuverlässig. Sollten dann nicht alle Schwangeren diesen Test machen? Ein Recherchebeispiel erklärt, warum Vorsicht geraten ist.
Baby im Mutterleib
in der 7. Woche
1000.000 Schwangere lassen ihr Blut testen. Die Wahrscheinlichkeit für eine Trisomie 21 beim Kind liegt bei 1:500. Das heißt, 200 der Schwangeren sind betroffen. Durch die Bluttests werden 99 Prozent der Fälle erkannt. Es erfahren also 198 Frauen von der Chromosomenstörung ihre Kindes. Allerdings haben die Tests auch eine Falsch-Positiv-Rate von 0,1 Prozent. Das Bedeutet für 100 Frauen: falscher Alarm! Ihre Laborwerte deuten zwar auf eine Trisomie 21 beim Kind hin, dies bestätigt sich aber bei einer Fruchtwasseruntersuchung nicht.
Wenn die Wahrscheinlichkeit für eine Trisomie 21 nur bei 1:1000 liegt, sind nur noch 100 von 100.000 Schwangeren betroffen. Wenn alle einen Bluttest machen, erfahren 99 der Betroffenen von der Trisomie. Aber immer noch gilt für 0,1 Prozent der Frauen, also für 100 Schwangere: falscher Alarm!
Kritiker fürchten, dass Frauen in Zukunft ohne Beratung durch einen Arzt die Bluttests anwenden können, vielleicht bestellt über das Internet, womöglich in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft. Die Frauen könnten sich schnell für einen Abbruch entscheiden — dabei war es vielleicht nur ein Fehlalarm.

Dies ist die Einführung eines Artikels von WIEBKE HOLLERSEN in der WELT AM SONNTAG vom 22. Juni 2014.
Den gesamten Artikel lesen sie hier:

http://www.welt.de/gesundheit/article129414841/Wenn-die-Schwangerschaft-zum-Nervenkrieg-wird.html